Österreich

Größte Heta-Gläubigergruppen wollen Angebot annehmen

Mitglieder der drei größten Gläubigergruppen der HETA Asset Resolution AG - darunter die Ad-Hoc-Gruppe und die Par-Investorengruppe - haben bekräftigt, das verbesserte Rückkauf-Angebot des Kärntner Ausgleichszahlungs-Fonds zur Ablöse der Haftungen Kärntens für die Heta annehmen zu wollen. Das neue Angebot wird vom Land Kärnten und vom Bund am Dienstag gelegt, Annahmefrist ist der 7. Oktober.

Größte Heta-Gläubigergruppen wollen Angebot annehmen SN/APA/HANS PUNZ
Gläubiger-Sprecher Friedrich Munsberg.

Wie bereits im Mai im Rahmen einer Absichtserklärung (MoU) zwischen dem Bund und den Gläubigern vereinbart, haben die Gläubiger im Vorfeld schriftlich ihre Unterstützung für das angekündigte Angebot erklärt.

In den zurückliegenden Wochen und Monaten seien alle zur Verfügung stehenden Kräfte aufgewendet worden, um einen tragfähigen Kompromiss zu erreichen, erklärte der Sprecher der Gruppe, Friedrich Munsberg, am Samstag in einer Aussendung. "Wir mussten schmerzhafte Zins- und Kapitalverluste in Kauf nehmen. Im Sinne einer gemeinsamen Lösung und zur Abwendung von jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen stimmen wir dem Angebot nun zu." Dem "vertrauensvollen und konstruktiven Verhalten aller Beteiligten" sei es zu verdanken, dass eine Lösung in relativ kurzer Zeit erreicht worden sei.

Das erste Angebot an die Gläubiger im Frühjahr hatte nicht die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit gefunden. Wie viele der Gläubiger nun dem verbesserten Angebot zustimmen, ist nicht genau bekannt, es dürfte diesmal jedoch für eine Annahme reichen.

Laut Finanzministerium hält man sich mit dem neuen Angebot inhaltlich an die im Mai in einer Absichtserklärung festgelegten Eckpunkte. Damit bedeutet der angestrebte Vergleich für die Vorranggläubiger, dass rund 90 Prozent ihrer Forderungen erfüllt werden. Wie im ersten Angebot gibt es die Möglichkeit einer sofortigen Barablöse. Vorranggläubiger bekommen 75 Prozent des Nominales, Nachranggläubiger 30 Prozent.

Dazu gibt es nun eine Tauschoptionen. Vorranggläubiger können ihre Heta-Bonds gegen Nullkupon-Anleihen mit Bundesgarantie und 13,5 Jahren Laufzeit eintauschen, für Nachranggläubiger beträgt die angedachte Laufzeit 54 Jahre. Nach einer Behaltedauer von 60 Tagen können diese Papiere zum tagesaktuell berechneten Barwert an den Kärntner Ausgleichszahlungs-Fonds (KAF), der den gesamten Deal abwickelt, zurückverkauft werden.

Die EU-Kommission hatte dem Rückkauf-Deal am Donnerstag das beihilfenrechtliche Okay erteilt. Damit das Angebot de jure als angenommen gilt, braucht es eine Zustimmung von zwei Dritteln der Gläubiger.

Quelle: APA

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