Wirtschaft

Grüne setzen bei WK-Wahl auf Frauenschwerpunkt

Die Grünen wollen bei der am Montag gestarteten Wirtschaftskammerwahl Zweite werden, und das mit dem Fokus auf Frauen in der Wirtschaft. Spitzenkandidatin Sabine Jungwirth stellte am Montag in einer Pressekonferenz mit Klubchefin Sigrid Maurer ein Fünf-Punkte Programm vor, mit dem Gründerinnen unterstützt und Wirtschaftstreibende besser sozial abgesichert und entlastet werden sollen.

Bereits 45,5 Prozent habe der Frauenanteil bei Firmen-Neugründungen im Jahr 2019 betragen. Bei den Jahreseinkommen vor Steuern lägen Frauen mit knapp 7.900 Euro aber um 45 Prozent unter den rund 15.600 Euro der Männer. Auch ihre Vermögenssituation sei prekär und die Belastung durch die Familienarbeit hoch. Insgesamt sei die Situation "keine besonders rosige", so Jungwirth.

Die Wirtschaftskammer sei zudem weiter ein "Herrenklub" mit nur 22 Prozent Frauenanteil in den Kammerpräsidien und 18 Prozent bei den Mandaten. Doch selbst die Grünen sind in der WK noch recht weit von Geschlechterparität entfernt, geht aus deren Unterlagen hervor: Bei den Mandataren der Grünen gibt es 32 Prozent Frauen (WKÖ gesamt 18 Prozent), bei den Kandidaten 35,4 Prozent (WKÖ: 20 Prozent).

Das Fünf-Punkte-Programm der Grünen sieht Coachings für Gründerinnen und frauenspezifische Förderprogramme in Finanzierungsfragen vor. Bei der sozialen Absicherung soll es Krankengeld schon nach sieben (statt 42) Tagen, eine Neuordnung der Pension (mit existenzsichernder Sockelpension) und die Abschaffung des Selbstbehalts beim Arztbesuch geben.

Bei der steuerlichen Entlastung soll das EPU- und KMU-Paket der Bundesregierung, das etwa bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Arbeitszimmer bringt, rasch umgesetzt werden. Die Kinderbetreuung soll ausgebaut werden. In der Wirtschaftskammer fordern die Grünen eine 30-Prozent-Quote in Führungspositionen und eine paritätische Besetzung der Wahlvorschläge, solange Frauen kandidieren.

Erbost sind die Grünen, weil sie bei der Wahl Manipulationen durch den ÖVP-Wirtschaftsbund befürchten. Wie vom "profil" berichtet, lege ein E-Mail-Verkehr aus Niederösterreich nahe, dass Daten aus dem Wahlvorgang über nicht eingelangte Wahlkartenstimmen verwendet würden, um Wählern nachzutelefonieren. Erhalte man nun konkrete Berichte über solche Vorgänge, werde man die Wahl im jeweiligen Bundesland anfechten, sagte Jungwirth zur APA.

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