Wirtschaft

Grünes Licht für die Drei-Länder-S-Bahn FL.A.CH.

Die Regierungen in Wien und Vaduz haben am Dienstag Grünes Licht für das grenzüberschreitende Bahnprojekt FL.A.CH gegeben und eine entsprechende Absichtserklärung unterfertigt. Das haben am Dienstag Österreichs zuständige Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Liechtensteins Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch bekannt gegeben. Das finale Arbeitsgespräch fand telefonisch statt.

Das S-Bahn-Projekt FL.A.CH soll die bestehende S-Bahn Vorarlberg und die S-Bahn des Schweizer Kantons St. Gallen zu einem regionalen Gesamtsystem verbinden. Die Bahnstrecke führt von Feldkirch über Liechtenstein nach Buchs in die Schweiz. Die Pläne - das Vorhaben umfasst einen zweigleisigen Ausbau, neue Bahnhöfe und einen dichteren Takt - existieren schon seit Jahren, wegen unterschiedlicher Ansichten in Österreich und Liechtenstein hinsichtlich der Finanzierung lag das Projekt jedoch jahrelang auf Eis - ursprünglicher Eröffnungstermin hätte 2015 sein sollen. Erst 2018 war es wieder zu einer Annäherung gekommen. 2015 lag die Schätzung für die Kosten von FL.A.CH bei 90 Millionen Euro.

Aufgrund der besonderen Situation angesichts der Coronakrise sprachen Gewessler und Risch telefonisch und nicht wie üblich im Rahmen eines persönlichen Treffens miteinander. Dabei wurde die gegenseitige Unterzeichnung einer "Absichtserklärung über die Realisierung des Vorhabens der S-Bahn Liechtenstein" beschlossen und auf elektronischem Wege vorgenommen, hieß es. Die Erklärung beinhalte "eine verursachergerechte und faire Kostenaufteilung für beide Projektpartner", Zahlen wurden am Dienstag aber noch nicht genannt. Details zur Finanzierung und zum Zeitplan sollen am Donnerstag in Liechtenstein kommuniziert werden. Laut ÖBB-Rahmenplan hat das Projekt einen Zeithorizont bis 2027.

Nun gehe es darum, die für die Projektumsetzung notwendigen Schritte in die Wege zu leiten, so Gewessler und Risch. Diese umfassten in beiden Ländern eine abschließende Entscheidung über die Finanzierung und Umsetzung des Projekts. "Das Projekt ist ein wichtiger Beitrag für eine Mobilitätswende in der Region, das dazu beiträgt die Klimaziele zu erreichen. Gerade jetzt in der Coronakrise sind Investitionen in den Klimaschutz wichtig, da sie die Wirtschaft ankurbeln und Jobs für viele Menschen schaffen", betonte Gewessler.

Für Vorarlberg ist FL.A.CH insofern von großer Bedeutung, als täglich 8.500 Vorarlberger ins Fürstentum pendeln. Für diese soll FL.A.CH eine attraktive Alternative zur Anreise mit dem Auto werden. In Liechtenstein soll in Ergänzung zum Nahverkehrsangebot durch die geplante S-Bahn in Zukunft auch ein Fernverkehrshalt in Nendeln realisiert werden.

Quelle: APA

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