Österreich

Gute Noten für die Prüfer der "Bilanzpolizei" und FMA

Gute Noten erhalten die Prüfer der Österreichischen Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) vulgo "Bilanzpolizei" und der Finanzmarktaufsicht (FMA) im Zuge der Evaluierung des Rechnungslegungs-Kontrollgesetzes, erklärte das Finanzministerium am Montag. Das Gesamtergebnis der Evaluierung sei positiv. Teilweise sehen die Befragten Verbesserungsbedarf etwa bei Prüfungsdauer oder Fehlereinstufungen.

Gute Noten für die Prüfer der "Bilanzpolizei" und FMA SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Bei der FMA wurden keine gröberen Mängel festgestellt.

Die Prüfungsdauer werde häufig als zu lang erachtet. OePR und FMA seien nach Ansicht der Befragten zu streng, was etwa die niedrige Wesentlichkeitsschwelle bei der Einstufung als "Fehler" betreffe, was auch zu einer verzerrten Wahrnehmung der Fehlerquote in Österreich führe. Wünschenswert sei für die Umfrageteilnehmer auch eine bessere Koordination von "Bilanzpolizei" und FMA.

Das System zur Kontrolle der Richtigkeit der Rechnungslegung börsennotierter Unternehmen (Enforcement) werde von den Marktteilnehmern überwiegend als wirksam und nützlich beurteilt. Auch das mit Deutschland vergleichbare zweistufige System werde positiv gesehen. Ebenfalls gute Noten bekommen die Prüfer von FMA und OePR, denen gute fachliche Qualifikation bescheinigt werde.

Basis der Evaluierung des Rechnungslegungs-Kontrollgesetzes (RL-KG) eine nach statistischen Methoden ausgewertete Befragung von Marktteilnehmern, Abschlussprüfern und Hochschullehrern. Durchgeführt worden seien Befragung und Auswertung von Universitätsprofessor Bernhard Pellens, Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmensrechnung an der Ruhr-Universität Bochum, der bereits eine ähnliche Enforcement-Studie in Deutschland durchgeführt habe.

Da sich in Österreich vor allem die börsennotierten Unternehmen mit einer Rücklaufquote von 47 Prozent beteiligt hätten, werde der positive Gesamteindruck seitens des Finanzministeriums als "durchaus repräsentativ eingestuft". Leider geringer gewesen sei die Beteiligung von Wirtschaftsprüfern und Hochschullehrern.

Das Finanzministerium wird nun Details der Befragung und den aufgezeigten Verbesserungsbedarf mit OePR und FMA besprechen, "damit konkrete Maßnahmen gesetzt werden können".

Quelle: APA

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