Wirtschaft

Handel wäre von Schulschließungen besonders betroffen

Mögliche Schul- und Kindergartenschließungen wegen des Coronavirus und damit verbundene Kinderbetreuungspflichten könnten im heimischen Handel zu einem Personalengpass führen. In der Handelsbranche in Österreich gibt es mehr als 400.000 Angestellte, rund zwei Drittel davon Frauen. Der "Home Office"-Aufruf der Bundesregierung lässt sich im Handel mit seinen vielen Filialen kaum umsetzen.

Bei der SCS ist der Besucherrückgang spürbar SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Bei der SCS ist der Besucherrückgang spürbar

Die Lebensmittelkette Spar bereitet sich bereits auf den Fall der Fälle vor: "An der Personaleinteilung im Falle einer großräumigen Schließung von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wird aktuell gearbeitet", sagte Spar-Sprecherin Nicole Berkmann zur APA. Bei Rewe (u.a. Billa, Merkur, Penny) wird "gerade intern evaluiert".

Beim Lebensmitteldiskonter Hofer will man als "familienfreundlicher Arbeitgeber" auch entsprechende Lösungen finden. "Unsere Mitarbeiter sind daher angehalten, bei der Schließung von Kindergärten und Co. auf alternative Betreuungsmöglichkeiten zurückzugreifen. Gelingt dies nicht, können unsere Mitarbeiter in Abstimmung mit dem Vorgesetzten zu Betreuungszwecken zuhause bleiben, dies ist für uns bezahlte Arbeitszeit", hieß es von Hofer zur APA. Überstunden, die durch Vertretungstätigkeiten anfallen, würden "selbstverständlich entsprechend abgegolten".

Auch die Wirtschaftskammer hat die Auswirkungen des Coronavirus auf die Handel-Personalsituation im Blick. "Wir wollen noch den heutigen Sozialpartnergipfel abwarten", so Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer. Danach werde man "die Lage neu bewerten".

Wegen des Coronavirus registrieren unterdessen die Shopping City Süd (SCS) südlich von Wien und das Donau Zentrum (DZ) in Wien seit Dienstag "einen deutlichen Rückgang bei den Besucherzahlen". Im Februar habe man gesamt betrachtet noch mit einer Frequenzsteigerung gegenüber dem Vorjahr abgeschlossen, hieß es am Mittwochnachmittag auf APA-Anfrage.

Die SCS ist das größte Einkaufszentrum österreichweit, das Donau Zentrum das größte in Wien. Um der Virus-Ausbreitung entgegen zu wirken, seien seitens des Centermanagements bereits im Februar proaktiv Schritte gesetzt worden, so Anton Cech, Head of Shopping Center Management bei Unibail-Rodamco-Westfield in Österreich.

Die SCS in Vösendorf bei Wien (NÖ) verzeichnete zuletzt rund 24,5 Millionen Besucher pro Jahr - und mehr als 5.000 Mitarbeiter. Das Donau Zentrum zählt im Jahr 19 Millionen Besucher und hat 3.600 Mitarbeiter.

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