Wirtschaft

Handels-KV-Runde ohne Ergebnis: Gewerkschaft erhöht Druck

Die zweite Runde der Handels-KV-Verhandlungen ist am Dienstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft erhöht nun den Druck und wird ab Mittwoch Betriebsrätekonferenzen einberufen. Die nächste, dritte Runde soll am 12. November stattfinden.

"Die Arbeitgeber waren auch heute nicht dazu bereit ernsthaft über unsere Forderungen zu diskutieren. Nach wie vor gibt es kein Angebot, das der Leistung der Handelsangestellten gerecht wird und den steigenden Arbeitsdruck berücksichtigt", heißt es in einer Aussendung der Gewerkschaft GPA-djp am Dienstagabend.

Auf der Arbeitgeberseite sieht man das anders. "Die Gewerkschaft hat sich heute um keinen Millimeter bewegt," sagte WKÖ-Obmann der Bundessparte Handel, Peter Buchmüller, zur APA. Man wollte jedoch weiterkommen und habe ein erstes Angebot an die Arbeitnehmer gelegt. Dies beinhaltet laut Aussendung der WKÖ eine Gehaltserhöhung von 1,9 Prozent für alle Handelsangestellten sowie eine Steigerung der Lehrlingsentschädigungen von 4,54 bis 9,75 Prozent.

Irritiert zeigte sich die Arbeitgeberseite außerdem zu Aussagen der Gewerkschaft zu Klein- und Mittelbetrieben, wonach diese nur wenige Arbeitnehmer beschäftigen und daher im Lohnfindungsprozess nur wenig relevant seien. "Das ist aus unserer Sicht eine Verfehlung der Sonderklasse, das können wir nicht hinnehmen", so Buchmüller.

Die Arbeitnehmer fordern 100 Euro Entgelterhöhung auf Vollzeitbasis für die 413.000 Angestellten im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel, das wäre ein durchschnittliches Plus von 4,4 Prozent. Zum Vergleich: Bei den Metaller-KV-Verhandlungen einigte man sich auf eine durchschnittliche Erhöhung von plus 2,7 Prozent.

Aktuell liegt das kollektivvertragliche Mindestgehalt für Vollzeitangestellte im alten Handels-KV bei 1.634 Euro brutto pro Monat, das sind 1.307 Euro netto laufender Bezug, und im neuen KV bei 1.677 brutto oder 1.334 Euro netto. Seit Dezember 2017 gilt der neue, reformierte Handels-KV. Die rund 80.000 Handelsbetriebe haben allerdings bis Ende 2021 Zeit, auf das neue Schema umzusteigen.

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