Österreich

Handels-KV-Verhandlungen "konstruktiv" gestartet

Der Auftakt der Handels-KV-Verhandlungen ist am Mittwoch nach Angaben der Sozialpartner konstruktiv verlaufen. Die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Gewerkschaft (GPA-djp) einigten sich auf eine Inflationsrate von 0,8 Prozent. Auf dieser Basis wird im weiteren Verlauf um das Gehaltsplus für die rund 400.000 Angestellten im Handel gerungen.

Handels-KV-Verhandlungen "konstruktiv" gestartet SN/APA (Neubauer)/HERBERT NEUBAUER
Das Gesprächsklima ist gut.

Neben einem höheren Gehalt fordern die Arbeitnehmer auch die leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche, die Verankerung des Papamonats im Kollektivvertrag sowie die vollständige Übernahme der Berufsschulinternatskosten für Lehrlinge durch die Arbeitgeber. Die Unternehmen fordern ihrerseits eine Streichung der Öffnungszeitenzuschläge für den Zeitraum von Montag bis Freitag von 18.30 bis 20 Uhr.

In zwei Wochen treffen die Sozialpartner wieder zusammen. "Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 2. November werden beide Seiten die Forderungen ihres Verhandlungs-Vis-a-Vis beraten", so Peter Buchmüller, Chefverhandler der Arbeitgeberseite, und Franz Georg Brantner, Verhandlungsleiter der Arbeitnehmervertreter.

Wie hoch die Forderung der Gewerkschaft genau ist, wurde nicht bekanntgegeben. Sie richte sich jedenfalls nach der Inflationsrate und der Branchenentwicklung, hieß es von den Chefverhandlern. Arbeiterkammerpräsident Rudie Kaske forderte einen fairen Abschluss für die Beschäftigten, denn "die Inlandsnachfrage ist und bleibt die treibende Kraft für das Wirtschaftswachstum".

Beim Handelsumsatz gab es im letzten Halbjahr kein großes Plus, deshalb werde es auch kein dickes Plus bei den Gehältern geben, sagte Iris Thalbauer aus dem Verhandlungsteam der Arbeitgeberseite vor der ersten Runde. Auch die Steuerreform habe dem Handel nicht das erhoffte Zusatzgeschäft gebracht, dazu wurde der Handel von der Registrierkassenpflicht belastet. "In ein paar Jahren werden wir sicher bei 1.700 Euro sein", sagte Thalbauer, das werde aber noch dauern. Die Arbeitnehmer wollen da freilich mehr Gas geben und sich "in großen Schritten" einem Mindestlohn von 1.700 Euro nähern.

Quelle: APA

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