Wirtschaft

Hartinger forciert "personalisierte Arbeitsmarktvermittlung"

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) hat ihre arbeitsmarktpolitischen Ziele präsentiert. Diese seien schon dem Verwaltungsrat des AMS vorgestellt worden, sagte sie am Mittwoch vor dem Ministerrat. Die Ressortchefin will dabei vor allem eine "personalisierte Arbeitsmarktvermittlung" forcieren. Schwerpunkte werden dabei Jugendliche, Frauen, ältere Arbeitnehmer und der inklusive Bereich sein.

Müttern soll der Wiedereinstieg leichter gemacht werden SN/apa
Müttern soll der Wiedereinstieg leichter gemacht werden

Hartinger-Klein geht es darum, die Treffsicherheit und die Nachhaltigkeit bei der Vermittlung von Jobs durch das AMS zu erhöhen. Trotz sinkender Arbeitslosigkeit seien noch immer so viele Menschen ohne Beschäftigung, wie etwa die Stadt Graz Einwohner habe.

Eine "Optimierung von Vermittlungsprozessen" soll dem entgegenwirken. Die größte Herausforderung stelle dabei die Qualifikation der Arbeitssuchenden dar.

Konkret ansetzen will die Sozialministerin etwa bei den Jugendlichen, die lediglich einen Pflichtabschluss vorweisen können, Betriebe sollen schon zu Beginn der Lehrzeit besser eingebunden werden. Müttern soll der Wiedereinstieg leichter gemacht werden. Maßnahmen seien auch verstärkt im Pflegebereich geplant.

Zudem sollen Betriebe verstärkt ermutigt werden, ältere Arbeitnehmer mit großem Erfahrungsschatz einzustellen. Im inklusiven Bereich will Hartinger-Klein auf "best practice" setzen. Nicht als Aufgabe des AMS sieht die Sozialministerin die Durchführung von nicht arbeitsspezifischen Deutschkursen.

Die Liste JETZT (früher Pilz) befürchtet angesichts dieser Aussage die Streichung von durch das AMS vermittelten Deutschkursen. JETZT-Mandatarin Daniela Holzinger fragte, wer diese Kurse künftig anbieten soll, wenn nicht das AMS. Deutschkurse seien "ein wichtiger Bestandteil einer Qualifizierung, weil ohne ein entsprechendes Deutschniveau weitere Qualifizierungen und Schulungen schlicht keinen Sinn machen", meinte Holzinger und: "Wer soll diese künftig anbieten und wie sollen diese Kurse finanziert werden?" Hartinger hatte vor dem Ministerrat gesagt, nur berufsspezifische Deutschkurse seien wichtig für die Qualifikation am Arbeitsmarkt.

Quelle: APA

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