Österreich

Heta im ersten Halbjahr dank FMA-Schuldenschnitts positiv

Nach dem deutlichen FMA-Schuldenschnitt im Frühjahr hat die staatliche Hypo-Abbaueinheit Heta zwar zum Halbjahr positiv bilanziert. Weiter hängt aber für das Land Kärnten und die österreichischen Steuerzahler alles davon ab, ob das bald zu erwartende Rückkaufangebot für Heta-Schulden mit Kärntner Landeshaftung von den Gläubigern angenommen wird.

Ohne eine Einigung würden die Heta-Gläubiger - trotz des behördlich verhängten Schuldenschnitts - nämlich auf die Kärntner Landeshaftung für viele Milliarden an Heta-Schulden pochen. Über die Bühne gehen soll die neue Angebotslegung bald. Rechtlich sei über den Sommer viel geklärt worden, war zuletzt zu vernehmen. "Ein Settlement ist für Oktober 2016 geplant", schreibt die Heta in ihrem aktuellen Bericht zur Halbjahresbilanz.

Ein Angebot war bereits gescheitert. Die Gläubiger wollten zumindest "einen Neuner vorne sehen", also mehr als 90 Prozent ihrer Forderungen beglichen wissen, deutlich mehr als ihnen geboten wurde. Nach dem Knalleffekt der Ablehnung wurde hinter den Kulissen weiterverhandelt und schlussendlich eine Absichtserklärung für eine außergerichtliche Einigung unterzeichnet. Darin einigten sich beide Seiten über ein neues Rückkaufangebot für Heta-Schulden, die mit Kärntner Landeshaftungen ausgestattet sind. Jetzt kommt wohl noch im September, wie zu vernehmen ist, ein neues Angebot.

Kärnten soll 1,2 Mrd. Euro beisteuern, der Rest soll aus der Heta-Verwertung kommen - so sollen die Gläubiger schlussendlich auf mehr als 90 Prozent ihrer offenen Forderungen kommen.

Geplant ist, dass der Kärntner Ausgleichszahlungsfonds (K-AF) ein neues, öffentliches Angebot legt. Den Heta-Gläubigern soll wie schon in einem ersten, gescheiterten Deal eine Barzahlung von 75 Prozent für Senior-Bonds und 30 Prozent für Nachranganleihen angeboten werden. Als Alternative soll den Gläubigern eine vom K-AF begebene Nullkupon-Anleihe mit einer Laufzeit von 13,5 Jahren angeboten werden. Über die Bühne gehen soll die neue Angebotslegung im Herbst. Rechtlich sei über den Sommer viel geklärt worden, war zuletzt zu vernehmen.

Die meisten Gläubiger haben ihre Heta-Papiere abgewertet, sie würden also bilanziell von einer Annahme profitieren, auch wenn sie nicht die ganzen ursprünglich hergeliehenen Gelder zurückbekommen. Vor allem für deutsche Großbanken, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt sind, könnte sich eine Annahme bilanziell rechnen, da sie auf ausdrückliche EZB-Empfehlung voriges Jahr ihre kritischen Heta-Bonds schon um die Hälfte abgeschrieben haben mussten, hieß es zuletzt von staatlicher österreichischer Seite.

Quelle: APA

Aufgerufen am 20.09.2018 um 12:51 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/heta-im-ersten-halbjahr-dank-fma-schuldenschnitts-positiv-1126138

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