Wirtschaft

Höhere Abfertigungsbeiträge von Arbeitgebern gefordert

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) fordert, dass der Beitrag, den Arbeitgeber für die Abfertigung neu einzahlen von 1,53 Prozent auf 2 Prozent des Bruttoentgelts erhöht wird. Gleichzeitig ruft sie die ÖVP-FPÖ-Koalition auf, die höchstzulässigen Verwaltungskosten abzusenken. Eine längere Frist bis zur erstmals möglichen Inanspruchnahme lehnt die Gewerkschaft ab.

Teiber will eine Erhöhung auf zwei Prozent SN/APA/HANS PUNZ
Teiber will eine Erhöhung auf zwei Prozent

"Ziel muss bleiben, dass bei einem durchschnittlichen Erwerbsverlauf ein Jahresentgelt an Abfertigungsanspruch entsteht. Ohne höhere Beiträge und geringere Verwaltungskosten wird das nicht gehen", erklärte Gewerkschaftschefin Barbara Teiber am Mittwoch. Sie begründet die Forderungen mit der schlechten Performance der betrieblichen Vorsorgekassen.

Die heimischen Vorsorgekassen haben 2018 im Schnitt einen Veranlagungsverlust von 1,97 Prozent verzeichnet, nachdem sie im Jahr davor noch ein Plus von 2,15 ausgewiesen hatten, wie das Beratungsunternehmen Mercer im Februar berichtete. Laut dem Berater GrECo liegt die langfristige Durchschnittsperformance bei 2,2 Prozent im Plus.

Mit dem neuen Abfertigungsrecht haben alle Arbeitnehmer, die ab 2003 in ein neues Dienstverhältnis eingetreten sind, Anspruch auf Abfertigung. Davor entstand erst nach drei Jahren ununterbrochener Beschäftigung im gleichen Unternehmen ein Abfertigungsanspruch, jedoch nur, wenn das Arbeitsverhältnis durch Arbeitgeberkündigung oder einvernehmliche Auflösung beendet wurde. Bei der Abfertigung neu besteht dieser Anspruch bereits ab dem zweiten Monat des Arbeitsverhältnisses. Die Ansprüche gehen nicht verloren, im Gegensatz zur alten Regelung auch nicht bei Selbstkündigung.

Die Wirtschaftskammer (WKÖ) sieht bei der Abfertigung neu keinen Grund für eine Aufstockung der Arbeitgeberbeiträge. In Reaktion auf eine Forderung der GPA-djp erklärte Rolf Gleißner, Vizechef der sozialpolitischen Abteilung, die 2003 erfolgte Neuregelung sei eine "Erfolgsgeschichte" mit mehr als 3,1 Millionen Anwartschaftsberechtigten. Die WKÖ ist für eine längere Behaltedauer.

Quelle: APA

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