Wirtschaft

Hofer-Großlager im Bezirk Melk wird geschlossen

Die Zweigniederlassung und das damit verbundene Großlager des Lebensmitteldiskonters Hofer in Loosdorf (Bezirk Melk) wird mit Ende März 2020 geschlossen. Unternehmensangaben zufolge können die 280 betroffenen Beschäftigten in eine andere Zweigniederlassung in Österreich wechseln. Als Grund für die Schließung wurde am Freitag die optimale Aufstellung der Logistik genannt.

300 Mitarbeiter müssen sich anderen Arbeitsplatz suchen SN/APA/GUENTER R. ARTINGER
300 Mitarbeiter müssen sich anderen Arbeitsplatz suchen

Die von Loosdorf aus versorgten rund 70 Filialen sollen künftig auf die umliegenden Zweigniederlassungen Trumau (Bezirk Baden), Stockerau (Bezirk Korneuburg) und Sattledt (Bezirk Wels-Land) verteilt werden. "Die drei aufnehmenden Zweigniederlassungen sind deutlich größer und bereits so aufgestellt, dass sie die zusätzlichen Filialen übernehmen können", hieß es seitens Hofer in einer schriftlichen Stellungnahme. Mit der angepeilten Verlagerung sollen "durch eine Bündelung von Warenströmen erhebliche Synergien geschaffen und effiziente Abläufe garantiert" werden.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben den Betriebsrat vorab über die Verlagerungspläne informiert. Verhandlungen für einen Sozialplan seien bereits aufgenommen worden.

"Die Meldung kam unerwartet, aber jetzt gilt es Wege und Möglichkeiten zu finden, um die Folgen der Entscheidung gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice abzufedern", kündigten die beiden Landesräte Martin Eichtinger und Petra Bohuslav (beide ÖVP) in einer Reaktion auf die geplante Schließung an. Das Land Niederösterreich habe noch am Freitag Gespräche mit der Unternehmensführung aufgenommen, um "Möglichkeiten der Unterstützung" für die Beschäftigten auszuloten.

Erst 2017 war in Loosdorf der Spatenstich für eine Erweiterung des Lagers auf etwa 21.000 Palettenstellplätze in Szene gegangen. SPÖ-Landesparteivorsitzender LHStv. Franz Schnabl konstatierte nicht zuletzt deshalb gemeinsam mit Loosdorfs SPÖ-Bürgermeister Thomas Vasku ein "an der Nase herumführen" von Gemeinde und Mitarbeitern. "Einen Standort, der erst kürzlich ausgebaut wurde und immer volle Unterstützung der Gemeinde erfahren hat, in dieser Art und Weise einfach handstreichartig zu schließen, ist für uns unverständlich", wurde in einer Aussendung festgehalten.

Quelle: APA

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