Wirtschaft

Hohe Erwartungen der Gewerkschaft an fünfte Handels-KV-Runde

Nach Hunderten Betriebsversammlungen in Handelsbetrieben in der vergangenen Woche geht die Gewerkschaft mit hohen Erwartungen in die fünfte KV-Verhandlungsrunde am heutigen Montag. "Die Unterstützung der Beschäftigten ist groß", sagte Gewerkschafts-Chefverhandlerin Anita Palkovich zur APA. Die Gewerkschaft fordert für die Handelsangestellten ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent.

Protestaktion der Gewerkschaft in Wien SN/APA (Hochmuth)/GEORG HOCHMUTH
Protestaktion der Gewerkschaft in Wien

Betriebsversammlungen gab es in Handelsfirmen, die Betriebsräte haben, darunter Billa, Spar, Hofer, dm, Kika, Lidl oder Sports Direct. In einigen Betrieben gibt es gar keinen Betriebsrat, etwa bei XXXLutz, Müller und MPreis. In Firmen mit wenigen Beschäftigten pro Filiale besuchten die Betriebsräte einzelne Filialen.

"Es muss ein Dreier davorstehen, ohne dem wird's nicht gehen", sagte Billa-Zentralbetriebsrat Werner Hackl am Beginn der Woche. Palkovich wollte im Vorfeld der Verhandlungen keine Drohungen aussprechen. Man sei für "faire Verhandlungen" mit einem "ordentlichen Abschluss" zu haben. Wenn es am Montag kein Ergebnis gebe, sei man "als Gewerkschaft vorbereitet für weitere Schritte", sagte die Gewerkschafts-Chefverhandlerin in Richtung der Arbeitgeber.

Bei den Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geht es um die Gehaltserhöhungen und rahmenrechtlichen Änderungen für über 400.000 Angestellte und 15.000 Lehrlinge im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel. Der Abschluss gilt ab Jänner 2019. Verhandelt wird ein Gehaltsabschluss für den neuen und alten Kollektivvertrag. "In einer Frauenbranche die Gehälter niedrig zu halten, ist nicht zukunftsorientiert und verfestigt bestehende Ungerechtigkeiten im Einkommenssystem", sagte der Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, Karl Dürtscher.

Aktuell liegt das kollektivvertragliche Mindestgehalt für Vollzeitangestellte im alten Handels-KV bei 1.586 Euro brutto pro Monat, das sind 1.276 Euro netto laufender Bezug und im neuen KV bei 1.636 Euro brutto oder 1.308 Euro netto. Beim Abschluss im vergangenen Jahr einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf eine Erhöhung der Mindestgehälter von 2,35 bis 2,6 Prozent.

Seit Dezember 2017 gilt der neue, reformierte Handels-KV. Die rund 80.000 Handelsbetriebe haben allerdings bis Ende 2021 Zeit, auf das neue Schema umzusteigen. Die großen Handelsketten haben laut Gewerkschaftsangaben noch nicht auf den neuen Handels-KV umgestellt.

Quelle: APA

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