Wirtschaft

Husky-KTW schließt Standort im Waldviertel bis Jahresende

Der Spritzgussformen-Hersteller Husky-KTW wird seinen Standort in Waidhofen an der Thaya bis Ende 2019 schließen. Während das Unternehmen vorerst keine Details zur Zahl der betroffenen Beschäftigten und zum Zeitplan nannte, sollen nach Gewerkschaftsangaben vom Freitag 240 Mitarbeiter abgebaut werden. Das Land Niederösterreich erklärte, mit der Geschäftsführung im Gespräch zu sein.

Einer Unternehmenssprecherin zufolge hat es am Donnerstag "eine interne Veranstaltung gegeben, bei der die Pläne vorgestellt wurden". Genaueres soll Husky-Angaben zufolge noch am Freitag nach Rücksprache mit der Konzernleitung im kanadischen Bolton per Presseaussendung mitgeteilt werden.

Wie die "Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN)" online berichteten, sollen die Beschäftigten in drei Etappen abgebaut werden. Die erste Kündigungswelle soll demnach "rasch beginnen". Die Information, dass 240 Mitarbeiter entlassen werden sollen, stammt nach Angaben der Gewerkschaft GPA-djp vom Betriebsrat von Husky-KTW. Betriebsratsvorsitzender Markus Schmied gab am Freitag keine Stellungnahme ab und verwies gegenüber dem ORF auf Gespräche mit der Geschäftsleitung Anfang kommender Woche. Das Arbeitsmarktservice (AMS) gab hinsichtlich zur Kündigung angemeldeter Mitarbeiter auf APA-Anfrage mit Verweis auf den Datenschutz keine Auskunft.

Seitens des Landes Niederösterreich wurde betont, dass es bereits es Gespräche mit der Geschäftsführung und mit Betrieben in der Region gebe. Umliegende Unternehmen hätten "Interesse an den sehr gut qualifizierten Arbeitskräften angemeldet", erklärten die Landesräte Petra Bohuslav und Martin Eichtinger (beide ÖVP) in einer Aussendung. Landeshauptfrau-Stellverteter Franz Schnabl (SPÖ) hielt in einer Aussendung fest, dass die Politik "alles in ihrer Macht stehende" tun müsse, um Betriebsräte, Gewerkschaften und Arbeiterkammer bei ihrem Kampf für die Arbeitnehmer "zu unterstützen und dazu beizutragen, diesen rasch wieder die Chance auf Beschäftigung zu eröffnen".

Heftige Kritik an der Vorgehensweise des Unternehmens kam von Gewerkschafterseite. "Die Belegschaft wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Die bestehende rechtzeitige Informationspflicht gegenüber dem Betriebsrat wird wie so oft von internationalen Konzernen nicht eingehalten", wurden PRO-GE-Landessekretär Patrick Slacik und GPA-djp-Regionalgeschäftsführer Peter Stattmann in einer Aussendung zitiert. Der Betrieb des Unternehmens sei profitabel und weise "in den letzten Jahren Millionenüberschüsse in den Bilanzen aus". Die beiden Gewerkschafter forderten einen "raschen Sozialplan" und eine Arbeitsstiftung für die betroffenen Beschäftigten.

Quelle: APA

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