Österreich

Im zweiten Anlauf soll es mit der Heta klappen

Große Heta-Gläubiger signalisieren Zustimmung zu neuem Offert.

Im zweiten Anlauf soll es mit der Heta klappen SN/APA/BARBARA GINDL
Kärnten und die Republik starten einen zweiten Versuch, sich mit den Gläubigern der Hypo-Nachfolgegesellschaft Heta zu einigen. apa

Am Dienstag versuchen Kärnten und die Republik Österreich ein weiteres Mal, sich der Lasten der Hypo-Nachfolgegesellschaft Heta zu entledigen. Dazu wird ein verbessertes Angebot für den Rückkauf der Heta-Anleihen gelegt. Die Annahmefrist läuft bis 7. Oktober 2016. Das Offert orientiert sich laut Finanzministerium an den Eckpunkten einer im Mai unterzeichneten Absichtserklärung.

Die sah vor, dass die Gläubiger vorrangiger Anleihen in Summe rund 90 Prozent ihrer Forderungen ersetzt bekommen. Neben der Barablöse (75 Prozent für Senior Bonds, 30 für Besitzer der Nachrangpapiere) gibt es eine Tauschoption. Vorranggläubiger können ihre Heta-Bonds gegen Nullkuponanleihen mit Bundesgarantie und 13,5 Jahren Laufzeit eintauschen, für Nachranggläubiger sind 54 Jahre Laufzeit angedacht. Diese Papiere können von den Investoren nach 60 Tagen Behaltedauer zum tagesaktuellen Barwert wieder an den Kärntner Ausgleichszahlungs-Fonds (KAF) verkauft werden.

In Kärnten und im Finanzministerium ist man zuversichtlich, dass es im zweiten Anlauf klappt. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser und Finanzreferentin Gabriele Schaunig bezeichneten den angestrebten Deal in einer Aussendung als "Weg zur Befreiung Kärntens".

Mitglieder der drei größten Gläubigergruppen wie der Ad-Hoc- und der Par-Investorengruppe, bekräftigten am Samstag, das verbesserte Rückkaufangebot KAF annehmen zu wollen. "Wir mussten schmerzhafte Zins- und Kapitalverluste in Kauf nehmen. Im Sinne einer gemeinsamen Lösung und zur Abwendung von jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen stimmen wir dem Angebot nun zu", sagte der Sprecher Friedrich Munsberg.

Kärnten trägt zum Vergleich 1,2 Mrd. Euro bei, muss sich aber selbst dieses Geld vom Bund leihen. Der Zukunftsfonds, in dem verbliebene Erlöse aus dem Verkauf der früheren Hypo an die BayernLB geparkt sind, wird dafür aufgelöst. Welche weiteren Sparmaßnahmen in Kärnten nötig sind, um die Schulden zu tilgen, ist noch nicht völlig klar.

Der Bund finanziert auch das restliche Angebot, der Großteil soll durch Erlöse aus der Heta-Abwicklung hereinkommen. Damit das Angebot Geltung erlangt, muss es von Gläubigern angenommen werden, die zumindest zwei Drittel des aushaftenden Nominales halten. Beim ersten Angebot im Frühjahr war die erforderliche Quote nicht erreicht worden. Die EU-Kommission hat am Donnerstag bereits ihre Zustimmung zum neuen Offert erteilt.

Es geht um 11 Mrd. Euro Schulden der Ex-Hypo, für die Kärnten als Ausfallsbürge haftet. Im Frühjahr vollzog die Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA einen Schuldenschnitt über die nunmehrige Abbaueinheit Heta. Die Forderungen der Vorranggläubiger wurden zu knapp 54 Prozent gekappt, Nachranggläubiger zur Gänze.

Quelle: SN

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