Österreich

Inflation für Ärmere auch 2016 höher

Die Inflation war auch im Vorjahr für ärmere Menschen höher: Die Güter, für die sie mehr Geld ausgeben, seien zum fünften Mal in Folge deutlich teurer geworden, berichtet der "Standard" (Mittwochausgabe). Vor allem die Wohnungskosten treffen Geringverdiener, die steigenden Mieten hätten sich auch im Vorjahr ausgewirkt.

Vor allem Wohnungskosten treffen Geringverdiener.  SN/APA (dpa)/unbekannt
Vor allem Wohnungskosten treffen Geringverdiener.

Für jene zehn Prozent der Haushalte, die am wenigsten ausgegeben haben, hat die Inflationsrate laut Statistik Austria 1,1 Prozent betragen. Für die obersten zehn Prozent mit Ausgaben von mehr als 5.100 Euro im Monat sei die Teuerungsrate mit 0,6 Prozent nur etwa halb so hoch gelegen. Dass die Inflation für Ärmere mit 1,1 Prozent nur relativ knapp über der Jahresinflationsrate von 0,9 Prozent lag, sei auch an der relativ niedrigen Lebensmittelpreissteigerung von 0,7 Prozent gelegen.

Die langsamer steigenden Lebensmittelpreise des Vorjahres seien eine Ausnahme, so Wifo-Ökonom Josef Baumgartner im "Standard". "Die Inflation liegt hier seit 2000 fast jedes Jahr, teilweise deutlich, über der gesamtwirtschaftlichen Teuerung." Das liege an der Konzentration im Einzelhandel, wo wenige Konzerne fast den ganzen Markt unter ihrer Kontrolle hätten.

Die Teuerungsrate bei den Mieten sei seit Jahren höher als die durchschnittliche Teuerung, davon sind laut Baumgartner Jüngere stärker betroffen. Die Steigerungen am freien Markt seien deutlich stärker.

Die Zahlen der Statistik Austria seien aber nur eine Annäherung an eine Inflationsrate für Ärmere und Reichere, heißt es in der Zeitung weiter. In der Statistik werde beispielsweise nicht erfasst, wie viele Leute in einem Haushalt wohnen.

Quelle: APA

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