Wirtschaft

Inflation stieg auf 1,9 Prozent - Mieten als Preistreiber

Die Inflationsrate ist im Mai auf 1,9 Prozent gestiegen, dabei verteuerten sich die Wohnungsmieten mit plus 3,8 Prozent gleich doppelt so stark. Im Vormonat April lag der Preisanstieg im Jahresabstand bei 1,8 Prozent. Stärkste Preistreiber waren im Mai Wohnen und Treibstoffe, wie die Statistik Austria am Freitag mitteilte. Gegenüber April betrug die Teuerung im Mai 0,2 Prozent.

Wohnungsmieten verteuerten sich um 3,8 Prozent SN/APA (Hochmuth)/GEORG HOCHMUTH
Wohnungsmieten verteuerten sich um 3,8 Prozent

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kosteten im Mai durchschnittlich um 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Heizöl wurde gleich um 20,8 Prozent teurer. Um 11,2 Prozent gesunken sind die Preise für Mobiltelefone.

Die Teuerung beim täglichen und wöchentlichen Einkauf ist deutlich höher als die Gesamtinflation: Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs mit Nahrungsmitteln, Tageszeitungen und Kaffee im Kaffeehaus, der den täglichen Einkauf repräsentiert, erhöhte sich um 3,8 Prozent (April ebenfalls +3,8 Prozent). Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresabstand um 4,4 Prozent (April +3,2 Prozent).

Die Preise für Nahrungsmittel sind im Mai im Jahresvergleich um 1,8 Prozent gestiegen. Butter verteuerte sich um ein Viertel (+24,8 Prozent), während Milch, Käse und Eier insgesamt um 3,1 Prozent teurer wurden. Die Fleischpreise erhöhten sich um 2,2 Prozent. Die Ausgaben für Brot und Getreideprodukte stiegen um 1,8 Prozent, jene für Obst um 1,1 Prozent. Gemüse wurde um 0,5 Prozent billiger.

Alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 1,8 Prozent, Flaschenbier wurde um 1,9 Prozent teurer. Raucher mussten tiefer ins Geldbörsel greifen: Die Zigarettenpreise stiegen um 4,5 Prozent.

Stärkster Preistreiber war im Mai nach wie vor die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" mit plus 2,2 Prozent. Dazu trugen fast zur Hälfte die höheren Mieten bei (+3,8 Prozent). Die Instandhaltung von Wohnungen kostete um 1,5 Prozent mehr. Haushaltsenergie wurde insgesamt um 2,2 Prozent teurer: Die Heizölpreise stiegen um 20,8 Prozent, feste Brennstoffe um 5,8 Prozent, Fernwärme um 1,5 Prozent. Billiger wurden Strom (-0,2 Prozent) und Gas (-5,9 Prozent).

Zweitstärkster Preistreiber im Mai war der Ausgabenbereich Verkehr mit einer Preissteigerung um im Schnitt 3,2 Prozent. Hauptverantwortlich dafür waren Treibstoffe, die im Mai insgesamt um 9,7 Prozent mehr kosteten. Dabei betrug der Preisanstieg für Dieseltreibstoff 11,1 Prozent, Superbenzin wurde um 7,7 Prozent teurer. Für Reparaturen privater Verkehrsmittel zahlte man um 2,8 Prozent mehr, für Flugtickets hingegen um 3,7 Prozent weniger.

Ohne Ausgaben für Wohnung, Wasser, Energie sowie für Verkehr hätte die Inflation im Mai 1,1 statt 1,9 Prozent betragen, errechnete die Statistik Austria.

Die Ausgaben für Restaurants und Hotels stiegen um durchschnittlich 3,4 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren fast ausschließlich höhere Kosten für Bewirtungsdienstleistungen (+3,2 Prozent). Die Preise für Beherbergungsdienstleistungen stiegen um 4,4 Prozent.

Die Preise im Bereich Freizeit und Kultur stiegen nur geringfügig (um durchschnittlich +0,6 Prozent), da die deutlich billigeren Pauschalreisen sich erneut als starker Preisdämpfer zeigten (-7,3 Prozent). Städteflüge verbilligten sich sogar um 28,7 Prozent. Freizeit- und Kulturdienstleistungen kosteten hingegen um insgesamt 1,7 Prozent mehr. Zeitungen, Bücher und Schreibwaren waren um 5,0 Prozent teurer.

Als annähernd preisstabil erwiesen sich Bekleidung und Schuhe (durchschnittlich +0,3 Prozent). Bekleidungsartikel verteuerten sich im Mai um 0,3 Prozent und Schuhe um 0,7 Prozent.

Für Nachrichtenübermittlung musste um durchschnittlich 4,2 Prozent weniger bezahlt werden. Hauptverantwortlich dafür waren niedrigere Preise für Telefon- und Telefaxdienste (insgesamt -3,2 Prozent) sowie für Mobiltelefone (insgesamt -11,2 Prozent).

Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) lag im Mai bei 105,41 (April: revidiert 105,29). Die harmonisierte Inflationsrate betrug 2,1 Prozent. Der Unterschied zum VPI von +0,2 Prozentpunkten beruht auf Gewichtungsunterschieden zwischen VPI und HVPI.

Quelle: APA

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