Österreich

Infrastrukturpaket für Südösterreich präsentiert

Unter dem Motto "Jetzt ist der Süden dran" hat Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) das Investitionspaket seines Ministeriums für den Süden Österreichs präsentiert. Rund zwölf Milliarden Euro fließen bis zum Jahr 2022 in den Ausbau von Schiene und Straße, in Breitbandnetze sowie in Forschung und Entwicklung entlang der Südstrecke.

Infrastrukturpaket für Südösterreich präsentiert SN/APA (Gindl)/BARBARA GINDL
Infrastrukturminister Leichtfried: Jetzt ist der Süden dran.

Für eine florierende Wirtschaft brauche es moderne Infrastruktur und leistungsfähige Netze, die öffentliche Hand müsse diese Innovationen durch Investitionen möglich machen, betonte Leichtfried vor Journalisten: "Das Konzept Nachtwächterstaat ist ein vorgestriges". Der Ausbau der Weststrecke habe große Effekte gezeigt, nun müsse dasselbe auch im Süden Österreichs geschehen.

"Leistungsfähige Infrastruktur bildet das Rückgrat hochwertiger Ökonomie", betonte auch Christian Helmenstein, Vorstand des Wirtschaftsforschungsinstituts Economica. Die Weststrecke sei gut ausgebaut, es gelte nun, auch das Potenzial an der Südstrecke zu nutzen. "Wenn die Republik 1 Mrd. Euro in die Hand nimmt, fallen auch 1 bis 1,1 Mrd. Euro zusätzlicher Wertschöpfung im Inland an." Durch die Investitionen entlang der Südstrecke würden 175.000 Jobs über sieben Jahre gesichert oder neu geschaffen, das bedeute jährlich 25.000 Arbeitsplätze.

Der Löwenanteil der Infrastrukturinvestitionen im Süden Österreichs fließt in die Modernisierung der Bahn, in die über 7,3 Mrd. Euro gesteckt werden. Davon werden die 3,5 Millionen Einwohner, die entlang der Südstrecke leben, massiv profitieren, ist ÖBB-Chef Andreas Matthä überzeugt. Durch die Verkürzung der Fahrtzeiten durch den Semmering-Basistunnel und den Koralm-Tunnel und die neuen Bahnstrecken werde die Fahrzeit Wien-Klagenfurt auf 2 Stunden 40 Minuten statt bisher 4 Stunden verkürzt. Graz-Klagenfurt werde mit 45 Minuten zur "Pendlerdistanz". Dazu komme noch der Vollausbau der Pottendorfer Linie in Niederösterreich, Bahnhofserneuerungen zwischen Graz und Bruck an der Mur sowie ein Kärnten-Paket mit Investitionen in die Gailtalbahn und die Rosentalbahn.

Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl verweist auf mehr als 2,5 Mrd. Euro, die im Straßenausbau bis zum Jahr 2022 in den Süden Österreichs investiert werden. Davon sind rund 900 Mio. Euro für Neubauten und 1,6 Mrd. Euro für Investitionen in die bestehende Straßeninfrastruktur vorgesehen. Für Tunnelsicherheit werden etwa 500 Mio. Euro aufgewendet. Konkret wird die S7, die Fürstenfelder Schnellstraße, zwischen Riegersdorf und Heiligenkreuz errichtet, der Gleinalmtunnel in der Steiermark bekommt eine zweite Tunnelröhre und wird generalsaniert und auch der Karawankentunnel zwischen Kärnten und Slowenien soll voll ausgebaut werden und eine zweite Röhre bekommen.

Auch die Internetverbindungen werden ausgebaut: Rund ein Drittel der Breitbandmilliarde - 365 Mill. Euro - gehen an über 500 Gemeinden entlang der Südstrecke. Weiters sollen bis zum Jahr 2022 rund 1,4 Mrd. Euro in die angewandte Forschung entlang der Südstrecke fließen, etwa 200 Mio. Euro jährlich. Neben dem Metallurgie-Cluster in der östlichen Obersteiermark soll auch der überregionale Mikroelektronik-Cluster "Silicon Alps" zwischen der Steiermark und Kärnten gezielt gefördert werden, führte Klaus Pseiner, Geschäftsführer der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG, aus. Alle genannten Maßnahmen sind bereits budgetiert.

Quelle: APA

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