Wirtschaft

Investitionen in Klimatechnologien hoch, aber nicht gezielt

In den vergangenen Jahren haben sich die weltweiten Investitionen in Klimatechnologien massiv erhöht. Von Mitte 2020 bis Mitte 2021 wurden 87,5 Mrd. Dollar von Risikokapitalgebern und Private-Equity-Firmen in Klimatechnologien gesteckt. Das waren 210 Prozent mehr als in den zwölf Monaten davor, geht aus dem "State of Climate Tech Report" des Unternehmensberaters PwC hervor. Das Geld fließt allerdings nicht in die effizientesten Klimalösungen.

Die Investitionen in Klimatechnologien sind weltweit stark gestiegen SN/APA (dpa)/Jens Büttner
Die Investitionen in Klimatechnologien sind weltweit stark gestiegen

"Die gute Nachricht ist, dass Investitionen in Klimatechnologien in allen Bereichen deutlich gestiegen sind" sagte Thomas Steinbauer, Partner und Net Zero Leader bei PwC Österreich, in einer Aussendung. Von jedem US-Dollar an Risikokapitalinvestitionen würden derzeit 14 Cent in Klimatechnologien fließen. "Unsere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Investitionen noch besser gelenkt werden könnten, um Anreize für jene Technologien zu schaffen, die das größte Einsparungspotenzial bei CO2 haben," so Steinbauer weiter.

Solarenergie, Windenergie, Technologien für Lebensmittelabfälle, Grüner Wasserstoff und alternative Lebensmittel/treibhausgasemissionsarme Proteine seien die fünf wichtigsten Technologien, bei denen mehr als 80 Prozent des Emissionseinsparungspotenzials bis 2050 liege, heißt es in der Studie. Auf diese sei jedoch im Zeitraum von 2013 bis 2021 nur rund ein Viertel (25 Prozent) der Investitionen entfallen.

Stattdessen fließe der überwiegende Teil der Investitionen in den Bereich Verkehr und Mobilität, beispielsweise Elektroautos. Seit 2013 seien rund 60 Prozent der Finanzmittel für Klimatechnologien in batteriebetriebene Fahrzeuge gesteckt worden, obwohl die Technologie nur 3 Prozent des Einsparpotenzials bis 2050 ausmache. In den zwölf Monaten bis zum Ende des ersten Halbjahres 2021 im Verkehrs- und Mobilitätsbereich Investitionen von rund 58 Mrd. Dollar bewegt worden.

Nach Regionen betrachtet führt die USA bei den Investitionen in Klimatechnologien, das Land zog von Mitte 2020 bis Mitte 2021 56,6 Mrd. Dollar oder rund 65 Prozent der Risikokapital-Investitionen an. In Europa waren es 18,3 Mrd. Dollar und in China geschätzte 9 Mrd. Dollar, so PwC.

Mit der Analyse will PwC finanzielle Trends bei innovativen Klimatechnologien aufzeigen, sie konzentriert sich daher auf private Märkte und die staatliche Finanzierung von Start-ups im Bereich der Klimatechnologien. Die Studie berücksichtigt allerdings weder die öffentlichen Märkte oder die Projektfinanzierung ausgereifter Klimatechnologien (z. B. Großprojekte für Wind- und Solarparks) noch von Unternehmen geleistete Finanzierung von Forschung und Entwicklung im Bereich Klimatechnologien.

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