Wirtschaft

IV-Kapsch warnt vor überzogenen Maßnahmen wegen Coronavirus

IV-Präsident Georg Kapsch geht nicht von größeren Schäden durch das Coronavirus aus. Allerdings warnt er gegenüber dem "Standard" vor überzogenen Maßnahmen wie Betriebsschließungen, denn dann könnte der Ausfall erheblich werden. Angesichts der Flüchtlingsbilder in der Türkei und in Griechenland spricht er von einem "erbärmlichen Bild, das Europa abgibt".

Kapsch warnt vor Hysterie SN/APA (Archiv)/BARBARA GINDL
Kapsch warnt vor Hysterie

"Von einer Rezession in Österreich gehe ich nicht aus, außer die Hysterie entwickelt sich noch weiter", so der Präsident der Industriellenvereinigung (IV). Aber: "Wenn wegen einiger weniger Fälle Produktionen eingestellt werden und damit Wertschöpfungsketten in Europa zum Erliegen kommen, dann kann der Ausfall schon größer werden. Wenn die Irrationalität des Handelns noch größer wird, kann das Virus noch erhebliche Effekte haben." Es sei jedoch noch nicht so weit, dass die Regierung jetzt konjunkturell gegensteuern müsse.

Die 35-Stunden-Woche, die aktuell von den Pflegebediensteten gefordert wird, nennt Kapsch "absolut asozial. Warum? Weil dadurch jede Dienstleistung teurer wird." Das treffe primär jene, die wenig verdienen. "Im Export ist das wegen des Wettbewerbsdrucks ohnehin nicht machbar. Dazu kommt, dass unser Arbeitspotenzial reduziert wird. Angesichts des Fachkräftemangels wäre eine Arbeitszeitverkürzung somit wachstumshemmend und würde zu einer Verringerung des Wohlstands führen." Dass die Produktivität durch eine kürzere Arbeitszeit steigen würde, sei "eine Illusion".

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