Wirtschaft

IWF nahm österreichisches Finanzsystem unter die Lupe

Das heimische Finanzsystem gilt als besonders widerstandfähig gegenüber Schocks, wie die Finanzmarktaufsicht (FMA) am Freitag unter Verweis auf die Länderprüfung 2019 durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) betont hat. "Herausforderungen" stellen aber nach wie vor "strukturelle Risiken" wie starke Verflechtungen und die Abhängigkeit der Banken vom Osteuropa-Geschäft dar.

Der IWF sieht signifikante Fortschritte beim Kampf gegen Geldwäsche SN/APA (AFP)/ANDREW CABALLERO-REYNO
Der IWF sieht signifikante Fortschritte beim Kampf gegen Geldwäsche

Signifikante Fortschritte seien bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erzielt worden, geht aus dem Financial Sector Assessment Program (FSAP) des IWF hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde.

Gemeinsam mit der Österreichischen Nationalbank (OeNB) durchgeführten Stresstests hätten die Stabilität des heimischen Bankensystems bestätigt. Der regulatorische Rahmen - auch für Abwicklung und Krisenmanagement - wird als "sehr umfassend" eingestuft, wie die FMA und die Nationalbank mitteilten. Die Aufsicht des Finanzplatzes sei "sehr effektiv und angemessen". Makroprudenzielle Maßnahmen hätten die Risiken für die Finanzmarktstabilität in Österreich verringert.

Als "strukturelle Risiken" werden allerdings die nach wie vor starken Verflechtungen des Finanzsystems in Österreich, die spezifischen Eigentümerstrukturen und die Abhängigkeit von der Profitabilität der Geschäftstätigkeiten in Osteuropa hervorgestrichen.

Notwendig wäre es, gruppenweite Risiken, finanzielle Verflechtungen sowie nicht nachhaltige Geschäftsmodelle von Banken "eng zu monitoren" und "konsequent aufsichtlich zu adressieren", hieß es in der Mitteilung von FMA und OeNB mit Blick auf die Empfehlungen des IWF.

Der Währungsfonds habe zudem auf "Datenlücken im Immobilien- und im Unternehmenssektor" verwiesen, die zu analysieren und zu schließen wären. Weiters seien "zunehmende Systemrisiken im Wohnimmobiliensektor" stärker zu berücksichtigen.

Auch die Stresstests gehören nachgeschärft: Künftig sollten sie Ansteckungs- und Zweitrundeneffekte besser abbilden, multiple Szenarien verwenden und auch regionale Ergebnisse intensiver miteinbeziehen.

Der IWF unterzieht global bedeutende Finanzmärkte alle fünf Jahre einer intensiven Prüfung. Untersucht werden dabei wesentliche Risiken für die Finanzmarktstabilität, der rechtliche, regulatorische und institutionelle Rahmen sowie die Kapazitäten der nationalen Instituten zur Bewältigung einer Finanzkrise.

Quelle: APA

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