Österreich

Kalter Winter kostet Haushalte bis zu 200 Euro mehr pro Jahr

Der kalte Winter treibt die Heizkosten nach oben: Die österreichische Energieagentur rechnet für die österreichischen Haushalte mit Mehrkosten von bis zu 800 Mio. Euro.

Die Mehrkosten pro Haushalt könnten bei 200 Euro liegen.  SN/APA (dpa/Symbolbild)
Die Mehrkosten pro Haushalt könnten bei 200 Euro liegen.

Pro Haushalt bedeutet das im Schnitt bis zu 200 Euro pro Jahr, so die Energieagentur. Auch Preissteigerungen bei Heizöl und Treibstoffen fielen ins Gewicht. Sanierungen könnten die Kosten langfristig senken.

Gehe man davon aus, dass sich der sehr kalte Winter über die gesamte Heizperiode (bis Ende März/April) fortsetze, könne - gegenüber der vorigen Heizperiode - mit einem Plus an Heizgradtagen von etwa 20 Prozent gerechnet werden. Die Heizgradtage sind ein Indikator für den Heizbedarf, der auf Basis einer Tagesmitteltemperatur von kleiner/gleich 12 Grad Celsius ermittelt wird. Dahinter steckt die Annahme, dass man in einem durchschnittlichen Haus bei einer Außentemperatur von weniger als 12 Grad heizen muss.

Im heurigen Winter seien die Haushalte in doppelter Hinsicht mit kostensteigernden Faktoren konfrontiert: Einerseits sei durch den Kälteeinbruch der Verbrauch erheblich, andererseits fielen bei Treibstoffen und Heizöl erhebliche Preissteigerungen ins Gewicht. So lagen im Jänner die Haushaltsenergiepreise um 6,1 Prozent über dem Vorjahr und damit auf dem höchsten Stand seit August 2015. Das geht aus dem von der österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor. Sprit verteuerte sich um 14 Prozent, Heizöl um fast ein Drittel.

Billiger als vor einem Jahr waren Strom und Gas. Fernwärme war teurer. Preissteigerungen bei Strom und Gas sind laut Energieagentur nicht ausgeschlossen. Im Vergleich zum Vormonat Dezember 2016 stiegen die Energiepreise im Jänner um 1 Prozent.

Diesel war laut Energieagentur im Jänner 2017 um 17 Prozent teurer als im Jänner 2016, Superbenzin um 10,5 Prozent und Sprit insgesamt um 14,3 Prozent. Eine 50-Liter Tankfüllung Diesel kostete im Jänner um 8,50 Euro mehr. Eine 50-Liter-Tankfüllung Superbenzin war um 5,80 Euro teurer. Der Heizölpreis erhöhte sich um fast ein Drittel (32,7 Prozent), der stärkste Anstieg seit Sommer 2010. Eine Tankfüllung mit 3.000 Liter Heizöl kostete im Jänner 2017 um knapp 550 Euro mehr als im Jänner 2016 und um knapp 300 Euro mehr als im September 2016.

Die Preise für feste Brennstoffe sanken laut Energieagentur im Jänner 2017 um 2,6 Prozent. Dabei war Brennholz um ebenfalls 2,6 Prozent billiger. Holzpellets kosteten um 2,3 Prozent weniger.

Um langfristig Kosten zu sparen, raten die Experten den heimischen Haushalten, über effizienzsteigernde Maßnahmen wie Sanierungen oder die Anschaffung von effizienteren Geräten nachzudenken. Denn gerade bei steigenden Energiepreisen kommt es insbesondere bei Sanierungen zu deutlich kürzeren Amortisationszeiten.

"Der heurige Winter hat uns gezeigt: Wir können nicht davon ausgehen, dass Kältewellen der Vergangenheit angehören und fossile Energieträger in Zukunft so billig bleiben. Daher ist es sinnvoll, sich zeitig im Frühjahr über Sanierungs- und Effizienzmaßnahmen zu informieren, um für die nächste Heizsaison gerüstet zu sein", so Energieagentur-Geschäftsführer Peter Traupmann laut Pressemitteilung. "Einfache Sanierungsmaßnahmen, wie die Dämmung der obersten Geschoßdecke, können günstig und oft auch eigenständig durchgeführt werden. Besonders hier ergibt sich bei überschaubarem Aufwand ein merklicher Effekt."

Quelle: APA

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