Wirtschaft

Katzian verlangt zusätzliche Mittel für Kurzarbeit

ÖGB-Chef Wolfgang Katzian hat am Mittwoch im Vorfeld des Gipfels der Sozialpartner mit der Regierung mehr Mittel für Kurzarbeit verlangt. Die derzeit beim AMS dafür budgetierten 20 Millionen seien zu wenig. "Nein das geht sich definitiv nicht aus", so Katzian im "Ö1-Morgenjournal". "Es braucht auf jeden Fall zusätzliche Mittel." Denn das AMS-Budget für Kurzarbeit ist bereits jetzt aufgebraucht.

Die Corona-Krise ist "noch nicht abzuschätzen" SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Die Corona-Krise ist "noch nicht abzuschätzen"

Umschichtungen würden dazu führen, dass andere wichtige Maßnahmen im Bereich des Arbeitsmarkts nicht durchgeführt werden könnten, erklärte der ÖGB-Chef. Wie viel es am Ende brauchen werde, sei "schwer abzuschätzen", und zwar weil auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise "noch nicht abzuschätzen sind". Derzeit würden alle Maßnahmen, "die in der Pipeline sind", bereits 150 Mio. bereits überschreiten. Die Mittel müssten daher "deutlich höher" ausfallen, als die aktuell budgetierten 20 Mio.

Die Situation sei vergleichbar mit der Finanzmarktkrise von 2008 und 2009. Daher könnte sie auch mit ähnlichen Modellen bekämpft werden, meinte Katzian, der betonte: "Niemand soll an der Krise verdienen, es soll aber anderen geholfen werden."

Für Wirtschaft und Arbeitsmarkt verlangte er ein "gesamtes Paket". Es brauche auch eine Entlastung für die Arbeitnehmer in dieser schwierigen Phase, diese dürften "nicht auf der Strecke bleiben". Etwa gehe es in diesem Zusammenhang auch um die Frage der Entgeltfortzahlung bei Schulschließungen über längere Zeiträume. Es "kann nicht sein", dass eine Alleinerzieherin eine Woche daheimblieben darf und anschließend Urlaub nehmen muss, so Kaztian: "Das werden wir nicht zulassen."

Auch von der Industriellenvereinigung hatte es am Dienstag geheißen, es werde mehr mittel als die bisher budgetierten 20 Mio. Euro brauchen. Generalsekretär Christoph Neumayer verwies erinnerte, dass die Regierung die notwendig werdenden Mittel zugesagt habe. Konjunkturpaket sei aus derzeitiger Sicht keines nötig, Unterstützung für die Wirtschaft, wie etwa Haftungsübernahmen seien aber ein wichtiges Instrument.

Das Budget für Kurzarbeit für das ganze heurige Jahr ist laut Arbeitsmarkservice (AMS) bereits jetzt aufgebraucht. Für die erwarteten zahlreichen neuen Anträge in Folge der Krise wegen des Coronavirus braucht das AMS daher dringend mehr Geld. Kurzarbeit soll Firmen und Beschäftigten helfen, Krisen zu überwinden und Kündigungen zu vermeiden.

Heuer waren bereits bis Ende Februar 21 Unternehmen in Kurzarbeit mit 1.746 betroffenen Mitarbeitern. Dazu kommen sechs Firmen, die bereits Anträge gestellt haben, darunter die Austrian Airlines (AUA). Weitere 40 Unternehmen sind bereits in der Pipeline, das heißt sie wollen Kurzarbeit in Anspruch nehmen und führen bereits konkrete Gespräche darüber mit dem AMS. Im Zusammenhang mit den von der Bundesregierung verhängten Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus wie Veranstaltungsverbote und Grenzschließungen sind zahlreiche weitere Anträge von Unternehmen auf Kurzarbeit zu erwarten.

Quelle: APA

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