Österreich

Kern verteidigte Novelle der Gewerbeordnung

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat am Freitag die Novelle der Gewerbeordnung, die heute in Begutachtung gehen soll, als "guten Schritt" verteidigt.

Kern verteidigte Novelle der Gewerbeordnung SN/APA (BKA/Wenzel)/ANDY WENZEL
Der Bundeskanzler zu Besuch bei Manner.

Die Gesetzesänderung sei "sicher ein guter Teil des Weges" und er sei überzeugt, dass man die Gewerbeordnung noch weiterentwickeln werde, meinte er am Rande eines Betriebsbesuchs in Wien vor Journalisten.

Auf Nachfragen, ob er auch diese Novelle im Rahmen der Begutachtung weiterverhandeln wolle, erklärte Kern, man werde wie in vielen wichtigen Fragen noch mit der ÖVP "diskutieren". Angesprochen auf seinen Wunsch, bei 16 der derzeit 80 reglementierten Gewerbe weiter über eine Freigabe zu reden, verwies der Kanzler darauf, dass man "Fall für Fall" diskutieren werde. Er hob hervor, dass die geplante Ausweitung der "Nebenrechte" ein wichtiger Schritt für die Unternehmen sei, außerdem gebe es künftig mit dem Wegfall der teilreglementierten Gewerbe nur mehr zwei Kategorien (freie und reglementierte Gewerbe).

Ziel sei es, den Unternehmern das Leben leichter zu machen, betonte Kern, dies sei auch ein zentrales Gesprächsthema bei seinem Besuch im Familienbetrieb Merten Präzisionstechnik Freitagvormittag gewesen. Im Lärm der Produktionshallen im 22. Wiener Gemeindebezirk, wo beispielsweise Bestandteile künstlicher Kniegelenke, aber auch Räder für U-Bahn-Waggons oder Anlagen für die Druckindustrie gefertigt werden, ließ sich der Kanzler - augenscheinlich geübt aus seiner Zeit als ÖBB-Chef - das Geschäft erklären, schüttelte Hände und hielt Small Talk mit den Arbeitern.

Nach Witzeleien über die "zufällige Namensgleichheit" mit der Drehmaschine "Kern" erkundigte sich der Kanzler bei Firmenchef Peter Merten nach der Auftragslage. Diese sei nach zwei schwierigen Jahren mittlerweile wieder "sehr zufriedenstellend", erzählte Merten, man habe auch ein paar Jobs frei. Ins Jammern über die Qualität der Lehrlinge will Merten nicht einsteigen: "Ich kann das gar nicht hören", die Situation sei gleich wie vor 30 Jahren und es liege immerhin auch am Unternehmen, Stärken der Jugendlichen zu erkennen. "Ich bin froh, dass Sie das sagen", nickte der Kanzler wohlwollend. Einen Wunsch hat die Unternehmerfamilie dann aber doch: eine bessere finanzielle Unterstützung für Betriebe, die Lehrlinge ausbilden.

Zum Schluss durfte sich der Kanzler noch über ein Packerl Mannerschnitten freuen, das das Modell des Palettierungs-Roboters in der Fertigungshalle ausspuckte - und der Firmenchef über eine Einladung auf einen Kaffee im Kanzleramt.

Quelle: APA

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