Österreich

KitzVenture will Beschwerde gegen FMA-Strafe einlegen

Die Tiroler Firma KitzVenture will gegen den Strafbescheid der Finanzmarktaufsicht (FMA) "selbstverständlich" Beschwerde einlegen, teilte das Unternehmen am Montag mit. KitzVenture hat am Freitag eine Strafe in Höhe von 75.000 Euro wegen irreführender Werbung ausgefasst. Der Bescheid ist nicht rechtskräftig. Zusätzlich beobachtet nun auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) den Fall.

Das Unternehmen hat mit der FMA-Strafe naturgemäß wenig Freude.  SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Das Unternehmen hat mit der FMA-Strafe naturgemäß wenig Freude.

Zwar liegen dem VKI derzeit noch keine Verbraucherbeschwerden über die Tiroler Beteiligungsgesellschaft vor, "Aber wir haben die Firma sehr wohl im Auge", sagte VKI-Experte Bernd Lausecker am Montag zur APA. "Wenn jemand mit 9,75 Prozent Zinsen wirbt, müssen die Alarmglocken schrillen." KitzVenture sammelt seit Sommer Geld bei Kleinanlegern ein, um es dann in Start-ups zu investieren. Die FMA wirft KitzVenture vor, in seiner Werbung nicht über die Risiken der Veranlagung aufgeklärt zu haben. Außerdem fehle der Hinweis auf den Kapitalmarktprospekt.

Derzeit bekomme man für eine sichere Anlage, etwa ein Sparbuch, im besten Fall etwa 0,5 Prozent Zinsen. "Die bieten das 20-Fache an", so Lausecker. Die Kitz-Venture-Anlage sei "hochspekulativ". KitzVenture wirbt mit 9,75 Prozent fixen Zinsen auf drei Jahre, die jedoch nur gezahlt werden, wenn der Gewinn entsprechend hoch ist. Die Anleger beteiligen sich über qualifizierte Nachrangdarlehen.

"Wenn man sich sicher ist, das Produkt verstanden zu haben und das Risiko bewusst eingehen will, hab ich als Verbraucherschützer nichts dagegen", so der VKI-Experte. Jedoch suggeriere KitzVenture mit einem "aggressiven Marketing" Sicherheit. Und der gesunde Menschenverstand sage, "wenn in der Werbung das Wort 'Sicherheit' auftaucht, kann das nicht mit Nachrangdarlehen zusammenpassen". Bei Nachrangdarlehen hätten die Anleger im Konkursfall ein extrem hohes Verlustrisiko, da sie erst nach allen anderen Gläubigern befriedet werden. Kurzum: KitzVenture sei "ein hochspekulatives Produkt, das eindeutig für den normalen Verbraucher nicht geeignet ist."

Im Kapitalmarktprospekt selbst wird die Anlage als "Risikokapital" bezeichnet, außerdem ist da von "überdurchschnittlich hohen Risiken" die Rede. In der Vergangenheit hat KitzVenture mehrfach betont, dass auf der Homepage alle Risiken ausgewiesen seien.

Die Strafe der FMA - 69.000 Euro plus anteilig Verwaltungskosten - richtet sich gegen den Geschäftsführer und Hälfte-Eigentümer von KitzVenture.

Quelle: APA

Aufgerufen am 22.09.2018 um 09:30 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/kitzventure-will-beschwerde-gegen-fma-strafe-einlegen-336142

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