Wirtschaft

Konzern kauft in Salzburg ein

Der Salzburger Gaming-Sicherheit-Schützer Denuvo wurde fünf Jahre nach der Gründung vom Weltmarktführer für Software-Sicherheitstechnologien gekauft und erhofft sich viel.

Nicht nur Unternehmen, auch Spieler wollen geschützt sein.  SN/robert ratzer
Nicht nur Unternehmen, auch Spieler wollen geschützt sein.

Man hat sich flott interessant gemacht. Ein halbes Jahrzehnt nach der Gründung in Folge eines Management-Buyouts bei Sony DADC, wurde das Salzburger Unternehmen Denuvo an den Weltmarktführer für Software-Sicherheits-Technologien Irdeto, das mehr als fünf Milliarden Geräte und Anwendungen weltweit schützt, verkauft. Die niederländische Irdeto gehört zur südafrikanischen Internet-, Unterhaltungs- und Investorenholding Naspers mit mehr als 24.000 Beschäftigten.

Denuvo stellt Schutztechnologien und Dienstleistungen für Produzenten und Rechteinhaber von Computerspielen und Heimvideos her. Damit sollen Piraterie und Manipulationen von digitalen Inhalten verhindert werden. "Wir haben uns einen guten Kundenstock aufgebaut und uns so für Irdeto interessant gemacht", erklärt Reinhard Blaukovitsch, Gründer und Geschäftsführer von Denuvo.

Rory O'Connor, Vizepräsident für Cybersecurity Services bei Irdeto, sagt im SN-Gespräch, dass die von Denuvo entwickelten Technologien Irdeto helfen werden, die
digitalen Plattformen für Medien, Unterhaltung, Autoindustrie und dem Internet der Dinge noch besser zu schützen. Die Technologie der Salzburger soll auch Schnelligkeit durch binären Schutz bringen. Es gehe nicht nur darum, die Kunden zu schützen, sondern auch die Konsumenten. "Damit etwa Spieler von digitalen Fußballspielen nicht von Mitspielern betrogen werden können", erklärt O'Connor.

Firmensitz soll Salzburg bleiben

Der Firmensitz von Denuvo soll Salzburg bleiben. "Wir haben hier talentierte Mitarbeiter", erklärt Blaukovitsch, aber natürlich suche man neue Leute, auch weil man nun schnell wachsen will. Der Umsatz von 6,5 Millionen Euro soll innerhalb kurzer Zeit mehr als verdoppelt werden, geben die neuen Eigentümer vor. Auch die Arbeitsplätze von Denuvo in Polen, Tschechien und den USA, insgesamt sind es 45, bleiben erhalten. "Die durch Irdeto entstandene Kombination aus Sicherheitsexpertise, Anti-Piraterie-Dienstleistungen und Anwendungsschutztechnologie wird unseren Kunden bei deren Vertrieb weltweit helfen", sagt Blaukovitsch. Nun könne man das Geschäft wesentlich stärker international vorantreiben, weil man auf das globale Vertriebsnetz von Irdeto aufbauen könne. Der globale Markt für Videospiele wird bis 2020 auf 128,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Rory O’Connor von Irdeto (li.) und Reinhard Blaukovitsch, Gründer und Geschäftsführer von Denuvo  SN/karin zauner
Rory O’Connor von Irdeto (li.) und Reinhard Blaukovitsch, Gründer und Geschäftsführer von Denuvo

Die Technologie der Salzburger galt lange Zeit als unknackbar. Doch im Herbst 2017 wurde das mit dem Denuvo-Kopierschutz ausgestattete Spiel "Middle Earth: Shadow of War" unter 24 Stunden geknackt. Blaukovitsch sagt, alles sei zu knacken, es gehe aber vor allem um die erste Zeit nach der Veröffentlichung von Produkten. Hier sei der Schutz besonders wichtig.

Der südafrikanische Mutterkonzern vom neuen Eigentümer der Salzburger, Naspers, ist in Europa im Vorjahr durch den Einstieg beim Lebensmittel-Lieferservice Delivery Hero in die Schlagzeilen gekommen. Nachdem im Mai der südafrikanische Investor 387 Millionen Euro bei der Rocket-Internet-Tochter investiert hatte, ging Delivery Hero Ende Juni an die Börse. Dort wird das Unternehmen von Anlegern mit rund sechs Milliarden Euro bewertet. - Über den Kaufpreis der Salzburger Denuvo wurde Geheimhaltung vereinbart, heißt es. Blaukovitsch bleibt als Geschäftsführer an Bord.

Aufgerufen am 16.11.2018 um 06:29 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/konzern-kauft-in-salzburg-ein-23279113

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