Österreich

Kosten für Ökostrom-Förderung sinken 2017

Die österreichischen Stromkunden müssen im kommenden Jahr weniger für die Förderung von Ökostrom zahlen. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hat am Freitagdie entsprechende Ökostromförderbeitragsverordnung sowie die Einspeisetarif-Verordnung für Ökostrom erlassen. Einen neuen Tarif gibt es kommenden Jahr nur für Photovoltaik, alle anderen wurden bereits Ende 2015 festgelegt.

Haushalte und Betriebe zahlen weniger.  SN/APA (dpa)/Jens Büttner
Haushalte und Betriebe zahlen weniger.

Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) im Jahr sinken die Kosten auf knapp unter 100 Euro (inklusive Umsatzsteuer), nach 120 Euro, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium zur APA.

Auch die Betriebe zahlen etwas weniger. Die Entlastung liege - abhängig von Netzebene, Verbrauch und Anschlussleistung - bei bis zu 277 Euro im Jahr.

Grund für das geringere Finanzierungserfordernis sind vor allem geringere Kosten für Ausgleichsenergie. Diese sinken vor allem wegen der verbesserten Prognosequalität für Windenergie durch die Ökostromabwicklungsstelle OeMAG.

Zudem wird von etwas weniger geförderten Ökostrommengen ausgegangen, unter anderem weil Anlagen nach 13 Jahren aus dem Förderregime fallen. Für 2017 wird eine Einspeisemenge von 9,83 Terawattstunden prognostiziert, verglichen mit 10,21 TWh heuer, geht aus den Erläuterungen hervor.

Die Ökostromförderung wird durch die Ökostrompauschale sowie den verbrauchsabhängigen Ökostromförderbeitrag finanziert. Die Ökostrompauschale ist unverändert und beträgt für einen durchschnittlichen Haushalt rund 33 Euro. Bei der Ökostrompauschale werden heuer insgesamt 320 Mio. Euro erwartet, beim Förderbeitrag 467 Mio. Euro (nach rund 640 Mio. Euro 2016). Die Höhe des Förderbeitrags wird jährlich per Verordnung bestimmt, dafür werden mehrere Expertengutachten eingeholt.

Die Einspeisetarife für Photovoltaik wurden für 2017 vom Wirtschaftsminister im Einvernehmen mit Sozial- und Umweltministerium mit 7,91 Cent/kWh festgelegt. Das ist gegenüber heuer ein Abschlag von 4 Prozent, berücksichtigt sind dabei die sinkenden Kosten für Photovoltaik-Paneele. Als Investitionszuschuss für die Errichtung einer Anlage werden weiterhin zusätzlich 40 Prozent der Errichtungskosten gewährt, höchstens aber 375 Euro pro kWpeak.

Die Einspeisetarife für die Erzeugung von grünem Strom aus Wind, Biomasse, Kleinwasserkraft etc. wurden bereits Ende 2015 für die Jahre 2016, 2017 und 2018 verordnet, daher gibt es hier nun keine neuen Tarife.

Eine Verwaltungsvereinfachung gibt es für Betreiber von Kleinwasserkraftanlagen. Der Kreis der berechtigten Gutachter bei der Revitalisierung von Kleinwasserkraftwerken wird von Ziviltechnikern auf weitere Sachverständige, vor allem Ingenieurbüros, erweitert.

Quelle: APA

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