Wirtschaft

Kreditgarantien für von Coronavirus betroffene Unternehmen

Das neuartige Coronavirus hat auch Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Österreich, die sich aber in Grenzen halten. Für besonders stark betroffene Unternehmen hat die Regierung ein kurzfristiges Maßnahmenpaket geschnürt - dazu gehören Kreditgarantien im Ausmaß von 10 Mio. Euro und wenn nötig auch Kurzarbeit in Betrieben. Das kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch an.

Treffen mit Sozialpartnern im Bundeskanzleramt SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Treffen mit Sozialpartnern im Bundeskanzleramt

"In Österreich, und das ist die gute Nachricht, gibt es derzeit keinen Grund zur Verunsicherung", sagte Kurz nach einem Treffen der zuständigen Minister mit Vertretern der Sozialpartner im Bundeskanzleramt. "Wir haben nach wie vor ein stabiles Wirtschaftswachstum, wir haben eine stabile Konjunktur und sind auf alle Szenarien, die uns drohen könnten, gut vorbereitet."

Neben Guidelines für Unternehmen, wie bei Corona-Infektionen vorzugehen sei, wurden auch finanzielle Unterstützungen zugesagt. Zum einen habe Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) Kreditgarantien im Ausmaß von 10 Mio. Euro für Überbrückungshilfen an betroffene Betriebe sichergestellt. Unternehmen, die aufgrund der Corona-Krise in Liquiditätsschwierigkeiten kommen, könnten auf diese Kreditgarantien zurückgreifen.

Außerdem habe sich das Instrument der Kurzarbeit während der Finanzkrise bewährt, sagte Kurz. "Wir stehen als Regierung in Zusammenarbeit mit dem AMS zur Verfügung, dieses System der Kurzarbeit anzubieten, dort, wo es notwendig ist und Sinn macht."

Kurzfristig werde die Krise Österreichs Wirtschaftswachstum um 0,1 Prozentpunkte dämpfen, aber selbst dann werde man ein Wachstum von über einem Prozent haben, sagte Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer. Einige Betriebe, Branchen und Regionen seien aber stärker betroffen. Dazu gehören die Transport- und die Tourismusbranche sowie jene, die besonders viel Handel mit Italien treiben. Das Exportvolumen nach Italien betrage rund 10 Mrd. Euro, davon kämen 3 Mrd. Euro allein aus Kärnten, sagte Mahrer.

"Mittel- und langfristig sehen wir die Impacts auf Österreich noch nicht sehr dramatisch", sagte Vizekanzler Werner Kogler (Grünen). Langfristig müsse man danach trachten, Schlüsselproduktionen von Medikamenten und medizinischen Gütern in Europa und Österreich zu halten oder zurückzuholen und die Unabhängigkeit besser zu gewährleisten.

"Wir leben in einer globalisierten Welt mit einer globalen Wirtschaft", sagte Kurz. Ein Großteil der Medikamentenproduktion finde teilweise oder gänzlich in China statt. "Es ist einfach von strategischem Interesse, dass in gewissen Bereichen in Österreich und in Europa Produktionskapazitäten erhalten bleiben."

ÖGB-Chef Wolfgang Katzian sagte, man habe die Situation gut im Griff und auch gute arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen, die auf betrieblicher Ebene anwendbar seien. Dennoch werde in Betrieben viel über die Corona-Krise diskutiert. Es gebe auch noch Fragen zu klären, etwa jene der Unfallversicherung bei Homeoffice.

Die österreichischen Hoteliers begrüßen zwar die versprochenen Garantien, ob das Volumen von 10 Mio. Euro allerdings ausreicht, wird stark bezweifelt. Notfalls müssten die Mittel rasch aufgestockt werden, fordert der Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung, Markus Gratzer. "Alles was hilft, ist gut", so Gratzer. "10 Mio. Euro sind ein erster Schritt. Da liegt der Einnahmenausfall durch den Radiologenkongress höher, und der trifft nur Wiener Hotels an fünf Tagen - ohne andere Branchen und Bundesländer." Laut einer aktuellen ÖHV-Branchenbefragung würden Qualitätshotels schon nach wenigen Tagen im Durchschnitt Ausfälle in der Höhe von 25.000 Euro verzeichnen.

Laut Zwischenauswertung einer zweiten ÖHV-Erhebung rechne ein Drittel der befragten Betriebe damit, Mitarbeiter kündigen zu müssen, falls sich die Nachfrage nicht deutlich erhole. "Aktuell wird mit Überstunden- und Urlaubsabbau aktiv entgegengewirkt."

Quelle: APA

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