Österreich

KSV: Volkswirtschaftliche Bedeutung von Pleiten geht zurück

Heuer sind etwas mehr, aber deutlich kleinere Firmen pleitegegangen. "Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Insolvenzen ist spürbar zurückgegangen", sagte Hans-Georg Kantner, Experte vom Gläubigerschutzverband KSV1870 am Dienstag. Die Firmeninsolvenzen, ob eröffnet oder mangels Masse abgewiesen, steigen heuer gegenüber 2015 laut KSV-Hochrechnung um 1,5 Prozent auf 5.227 an der Zahl.

Eröffnet wurden 3.162 Firmeninsolvenzen. Abgewiesen wurden 2.065. Die Zahl der von Pleiten betroffenen Dienstnehmer ging heuer um rund 13 Prozent auf 18.900 zurück. Das zeigt beim gleichzeitigen Anstieg der Pleiten, dass im laufenden Jahr mehr Kleine und Kleinstunternehmen insolvent wurden. "Es hat im Jahr 2016 deutlich kleinere Unternehmen getroffen", sagte Kantner.

Die Höhe der Insolvenzverbindlichkeiten sank um 4,5 Prozent auf 2,32 Mrd. Euro - wenn man die Verbindlichkeiten aus den Pleiten der Activ Solar und der SLAV AG herausrechnet, die sich im Ausland abspielten - und die heimische Statistik de facto um 620 Mio. Euro Passiva auf 2,94 Mrd. Euro erhöhen. Unter Einbeziehung der beiden Insolvenzen ergibt sich ein Plus bei den Verbindlichkeiten gegenüber 2015 von 21 Prozent.

Im privaten Bereich kam es zu 8.101 Pleiten. Das ist ein Minus 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so die KSV-Prognose. Rund 70 Prozent der Privatpleiten treffen echte Private, die wegen ihres Konsumverhaltens im Schnitt mit 58.500 Euro überschuldet sind. Der Rest sind Ex-Unternehmer mit Schulden von rund 290.000 Euro, erklärte Kantner. Der Gesamtdurchschnitt pro Privatpleitefall liegt somit bei 128.500 Euro.

Fürs kommende Jahr rechnet der KSV sowohl bei Firmen- als auch bei Privatpleiten mit einem moderaten Anstieg.

Quelle: APA

Aufgerufen am 23.09.2018 um 06:06 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/ksv-volkswirtschaftliche-bedeutung-von-pleiten-geht-zurueck-592909

Schlagzeilen