Wirtschaft

Kurz unterstützt Wien-Pläne von Großbank ICBC

Einen nach eigenen Angaben "sehr guten" Termin hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag bei der ICBC (Industrial and Commercial Bank of China) in Peking absolviert. Die "größte Bank der Welt" will in Wien eine Tochterbank ansiedeln. Ein Projekt, das Österreich unterstütze, wie Kurz sagte. Doch spießt es sich vorerst noch an regulatorischen Rahmenbedingungen.

Kurz hofft auf "hunderte neue Arbeitsplätze" SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Kurz hofft auf "hunderte neue Arbeitsplätze"

Sollte die Ansiedlung klappen, wäre das ein "starkes Signal" für den "Finanzstandort Österreich", erklärte der ÖVP-Chef nach seinem Termin bei ICBC-Chairman Yi Huiman. Die Bank habe großes Interesse daran, die Aktivitäten in Europa auszubauen. Es gebe den Plan, in Wien ein Headquarter für Zentral- und Südosteuropa zu etablieren. Das würde den Kapitalmarkt- und Bankenstandort Wien stärken, sagte Kurz in Peking zu österreichischen Journalisten. Sollte die Ansiedlung klappen, könnten "mehrere hundert neue Arbeitsplätze" entstehen, so der Kanzler.

Allerdings gebe es noch Probleme mit gewissen Richtlinien der Europäischen Zentralbank (EZB). Kurz war daher bei dem Gespräch mit Yi daran gelegen, klarzustellen, dass die Verzögerung an der "Regulierung" liege und nicht am "mangelnden politischen Willen."

Die ICBC würde von Wien aus mit einer Lizenz für Südosteuropa agieren und kein Privatkundengeschäft abwickeln, präzisierte Kurz. Es gehe vielmehr um die "Begleitung chinesischer Aktivitäten und die Unterstützung von Großinvestments. Die Bank mache im Jahr 40 Mrd. Dollar Gewinn, umriss der Regierungschef die Dimensionen, die Bilanzsumme liege bei 3,5 Billionen Dollar.

Zuvor hatte der Bundeskanzler dem TV-Sender Phoenix im Rahmen der Reihe "Talk with World Leaders" ein Interview gegeben. Dabei habe er vor allem für Österreich als Tourismusziel beworben. "Das ist auch eine Facette dieser Reise", so Kurz. Phoenix ist ein Sender in Hongkong, der sich vor allem an Auslandschinesen wendet. Er erreicht laut Bundeskanzleramt rund 500 Millionen Zuseher.

Im Vorjahr hatte es insgesamt rund 900.000 Gäste aus China in Österreich gegeben. Laut Umwelt- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) bedeutete dies eine Steigerung um 25 Prozent gegenüber 2016. Ziel sei es nun auch, über die Olympischen Winterspiele 2022, die in Peking und Umgebung stattfinden werden, "den Wintertourismus" zu stärken.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Kurz und Außenministerin Karin Kneissl setzen ihre China-Reise am Dienstag mit einem Besuch des Boao-Forums in Hainan fort. Der Rest der Regierungsriege tritt am Dienstag die Heimreise an. Das Boao-Wirtschaftsforum ist nach dem Modell des WEF Davos gestaltet und bringt hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammen. Offizielles Ziel ist die Förderung regionaler Integration und die Annäherung asiatischer Staaten an ihre Entwicklungsziele.

Quelle: APA

Aufgerufen am 13.11.2018 um 05:58 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/kurz-unterstuetzt-wien-plaene-von-grossbank-icbc-26454289

Kommentare

Schlagzeilen