Wirtschaft

Land NÖ kündigt nach Aus für Ötscherlifte Investitionen an

Nach dem Aus für die Ötscherlifte hat Niederösterreichs Landesrat Jochen Danninger (ÖVP) am Sonntag drei Mio. Euro für Tourismusentwicklung und Betriebe in Lackenhof in Aussicht gestellt. Weiter bestehen bleibt das Kinderskiland, wie auch mehrere Medien berichteten. Ermöglicht werden könnte darüber hinaus das Tourenskigehen. Verwiesen wurde diesbezüglich auf positive Signale des Grundeigentümers. Eine generelle Übernahme des Liftes durch das Land wird es aber nicht geben.

Mangelnde Wirtschaftlichkeit gilt als Grund für das Aus SN/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL
Mangelnde Wirtschaftlichkeit gilt als Grund für das Aus

Danninger kündigte in einer schriftlichen Stellungnahme an, "in einem ersten Schritt ein Budget in der Regionalförderung von zwei Mio. Euro für die Tourismusentwicklung in Lackenhof zu reservieren sowie eine weitere Mio. Euro im Wirtschafts- und Tourismusfonds". Damit sollen Betriebe im Ort individuell unterstützt werden - "einerseits durch sinnvolle Einzellösungen, um Härtefälle abzufedern, und anderseits durch die Förderung von Investitionen in Gästezimmer". Gespräche mit den Unternehmen wurden für die kommenden Tage angekündigt.

Die Schließung der Lifte war am Freitag bekanntgegeben worden. Als Grund hatten die Schröcksnadel-Gruppe als Mehrheitseigentümer und das Land Niederösterreich, das via ecoplus Alpin GmbH 40 Prozent der Gesellschaft hält, mangelnde Wirtschaftlichkeit angeführt.

"Der Schock sitzt tief, aber das Land Niederösterreich wird Lackenhof nicht im Stich lassen", sagte Danninger am Sonntag. "Für viele Menschen in der Region hat sich diese Entwicklung bereits abgezeichnet. Die Zahl der Nächtigungen, der geöffneten Beherbergungsbetriebe und Wirtshäuser sowie die Gäste im Skigebiet gingen in den letzten Jahren deutlich zurück." Dass das Kinderskiland weiter betrieben werde, sei "zumindest ein kleiner Lichtblick für die Familien in der Region aber auch für die Familien mit Kindern, die Lackenhof im Winter auch weiterhin besuchen werden".

Noch am Freitag hatte die Marktgemeinde Gaming im Bezirk Scheibbs, zu der Lackenhof gehört, eine auf den Fortbestand des Skigebietes abzielende Online-Petition gestartet. Bis Sonntagabend wurden mehr als 13.800 Unterstützer gezählt. Forderungen nach einer Übernahme der Ötscherlifte durch das Land erteilte Danninger eine klare Absage. "Die Schröcksnadel-Gruppe hat mehr als 20 Jahre versucht, den Lift auf wirtschaftlich solide Beine zu stellen. Diese Bemühungen waren letztlich nicht von Erfolg gekrönt, die Beschneiung wurde zunehmend schwieriger. Auf die alten Tourismuskonzepte kann Lackenhof daher leider nicht mehr bauen. Wir müssen neue Wege beschreiten."

Eingesetzt wird nun eine Projektgruppe, die im Verbund mit der Gemeinde, den Grundeigentümern, örtlichen Betrieben, der Bevölkerung und dem Tourismusverband Maßnahmen erarbeiten und konkretisieren soll. Potenzial würden Touristiker in Lackenhof vor allem bei Themen wie Trail Running, Wandern und Tourenskilauf erkennen. "Mir ist klar, wenn es ein umfassendes Konzept gibt, werden in den kommenden Jahren mehr Mittel fließen müssen", kündigte Danninger an.

"Der Ötscher glänzt weiterhin im Mostviertel", betonte unterdessen Gamings Bürgermeisterin Renate Rakwetz (SPÖ). Sie verwies auf ein "attraktives Angebot" in Lackenhof, wo u.a. Langlaufen nach wie vor möglich sei.

Laut Plan werden die Anlagen - sobald dies von der Witterung her möglich ist und wie seilbahnrechtlich vorgeschrieben - im Frühjahr zurückgebaut. Weitere Gespräche soll es mit den zwölf fest angestellten Mitarbeitern geben. Ziel sei, eine Tätigkeit in einem anderen Skigebiet oder in der ecoplus Alpin GmbH für die Beschäftigten sicherzustellen. Die Inhaber der Hochkar-Ötscher-Kombikarte für 2021/22, einer Saisonkarte für diese beiden Regionen, können bis zum Saisonstart vom Kauf zurücktreten oder diese in ein entsprechendes Ticket für das Hochkar umwandeln.

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