Wirtschaft

"Lauda wird die AUA überholen"

Ryanair-Chef O'Leary verstärkt den Druck auf die Lufthansa-Gruppe.

Ryanair-Chef Michael O’Leary hat mit Lauda große Pläne. SN/apa
Ryanair-Chef Michael O’Leary hat mit Lauda große Pläne.

Für starke Ansagen ist Michael O'Leary, Chef des irischen Billigfliegers Ryanair, bekannt. Diesem Ruf blieb er auch bei seinem jüngsten Wien-Besuch am Donnerstag treu. Da erklärte er vollmundig, die 100-Prozent-Tochter Lauda (vormals Laudamotion) werde bereits in fünf Jahren den Platzhirsch Austrian Airlines (AUA) überholen und größte Airline Österreichs sein. "Austrian hat 14 Millionen Passagiere, in fünf Jahren werden wir 20 Millionen haben", kündigt O'Leary an.

Bis dahin soll Lauda "weiter aggressiv wachsen". Die gesamte Lauda-Flotte soll bis Sommer 2020 von 22 auf 33 Flugzeuge wachsen. Von der Basis Wien sollen dann insgesamt 16 Flugzeuge für Lauda starten, doppelt so viele wie im abgelaufenen Sommer. Vier Flugzeuge kommen samt Personal von Ryanair. Als Begründung dafür nennt O'Leary den aktuellen Pilotenmangel. Geplant sei, die vier Boeing 737 von Ryanair schrittweise durch Airbus A320 zu ersetzen. Im Sommer 2020 soll die Zahl der Ziele ab Wien um 17 auf 67 wachsen.

Ebenfalls ab Sommer 2020 bietet Lauda tägliche Flüge von Salzburg nach Palma de Mallorca an, die Hauptstadt Mallorcas wird dann auch von Klagenfurt zwei Mal wöchentlich bedient.

Mit einem geplanten Wachstum auf 6,5 Millionen Passagiere im zweiten und auf 9 Millionen Fluggäste im dritten Jahr ihres Bestehens sei Lauda die am schnellsten wachsende Airline Österreichs, sagt O'Leary. In ihrem ersten Bestandsjahr habe sich die Ryanair-Tochter am Flughafen Wien auf einen Marktanteil von 10 Prozent und damit auf den zweiten Platz hinter der AUA vorgearbeitet. Den Grund sieht O'Leary im günstigeren Preis, Lauda liege mit einem durchschnittlichen Tarif von 37 Euro klar vor Mitbewerbern wie Wizz (47 Euro) oder Easyjet (61 Euro).

Dank des günstigeren Preise und mit der Zugkraft der Marke Lauda will O'Leary die anderen Billigfluggesellschaften, die sich seit der Pleite von Air Berlin und ihrer Tochter Niki einen heftigen Preiskampf liefern, weiter hinter sich lassen. In Europas Luftfahrt vollziehe sich gerade die lange erwartete Konsolidierung, an deren Ende nur eine Handvoll Luftfahrtkonzerne stehen werde, die Gruppen um die Lufthansa (mit AUA), British/Iberia, KLM/Air France sowie die Billigflieger Ryanair und Easyjet.

An einer Übernahme der Fluglinie Condor des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook hat O'Leary kein Interesse. Man habe nicht vor, durch Zukäufe zu wachsen, unterstreicht der Ryanair-Chef. Mit einer prominenten Ausnahme: "Lauda war eine einmalige Gelegenheit".

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