Wirtschaft

Laut WKÖ immer mehr Frauen in der Wirtschaft

Frauen sind zwar sowohl bei der Bildung als auch in der Wirtschaft auf dem Vormarsch, vor allem bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es aber noch immer viele Verbesserungsmöglichkeiten. Das ist das Resümee von Martha Schultz, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, anlässlich des bevorstehenden Frauentages am 8. März.

Mehr Frauen fassen in der Wirtschaft Fuß SN/APA (dpa)/UNBEKANNT
Mehr Frauen fassen in der Wirtschaft Fuß

Sie ist mit den Entwicklungen im vergangenen Jahr zufrieden. "In allen Bereichen haben sich die Zahlen zum Positiven verändert", betonte Schultz am Donnerstag. So steigt etwa die Zahl der Gründerinnen seit 2010 kontinuierlich an. 2018 wurden 45,3 Prozent der Unternehmen von Frauen gegründet.

"Aber auch in der Selbstständigkeit sind die Frauen stark auf dem Vormarsch", sagte Schultz. Jedes dritte Einzelunternehmen (37,4 Prozent), an dessen Spitze nur eine Person steht, werde von einer Frau geführt. Diese Unternehmerinnen sind im Durchschnitt 47,3 Jahre alt. Am höchsten ist ihr Anteil im Bereich der Friseure (81,8 Prozent), Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure (81,2 Prozent) sowie in der Mode- und Bekleidungstechnik (77,8 Prozent). Insgesamt zählt Frau in der Wirtschaft rund 130.000 Einzelunternehmerinnen in Österreich.

Erfreulich ist für Schultz auch, dass die Frauenerwerbsquote in Österreich bei 71,8 Prozent und damit deutlich über dem EU-Durchschnitt (67,8 Prozent) liegt. In Führungspositionen sind zwar noch immer deutlich weniger Frauen als Männer zu finden, auch hier zeige sich aber eine positive Entwicklung. Fast jeder sechste gewerberechtliche Geschäftsführer ist weiblich (15,8 Prozent). Bei den handelsrechtlichen Geschäftsführern sind 14,3 Prozent Frauen und bei den Aufsichtsräten 18,5 Prozent.

Auch bei der Bildung sind die Frauen laut Schultz "auf der Überholspur". Bei den Maturaabschlüssen haben Frauen mittlerweile die Nase vorne und auch danach streben sie öfter als Männer eine höhere Ausbildung an. Die Zahl der Studentinnen hat sich in den letzten 35 Jahren von knapp 51.000 auf fast 106.000 verdoppelt.

Dennoch gebe es vor allem bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie viel Verbesserungspotenzial. Insbesondere die Kinderbetreuung müsse weiter ausgebaut und verbessert werden, betonte Schultz. Es gebe nach wie vor zu viele Schließtage, zu viele Randzeiten ohne Betreuung und zu wenige Einrichtungen für ältere Kinder. "Das entspricht nicht mehr der Arbeitsrealität der Frau von heute", sagte Schultz, die mehr Flexibilität bei der Kinderbetreuung fordert. Auch einheitliche schulautonome Tage wären für berufstätige Eltern wichtig, so die WKÖ-Vizepräsidentin. Als Erfolg verbucht sie deshalb die einheitlichen Herbstferien. "Das ist eine sehr große Forderung von uns gewesen. Es ist gut, dass das geglückt ist."

Quelle: APA

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