Wirtschaft

Lieber nicht im Hochsommer

Der Kurzurlaub in den Vorsommer-Monaten Mai und Juni wird immer beliebter. Dazu beigetragen hat auch der Trend zum Aktivurlaub.

Wer kann, der tut es nicht - oder nicht ausschließlich: Im Hochsommer zu verreisen, das heißt nicht selten, in der touristischen Massenbewegung kaum mehr Luft zu bekommen. Oder beim Radeln in der Hitze beinahe zu kollabieren. In den Schultersaisonen dagegen, also vor oder nach der Hauptreisezeit, hat man hin und wieder noch ein Fleckchen Erde für sich allein und ein frisches Lüftchen um die Nase. Aber auch da ist es in den vergangenen Jahren zunehmend lebendig geworden.

Mit 19,95 Millionen Übernachtungen gab es heuer in Österreich in den Vorsommer-Monaten Mai und Juni ein Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Anzahl der Gäste stieg den aktuellen Zahlen der Statistik Austria zufolge um 4,6 Prozent auf 7,35 Millionen.

Ganz von allein sind die Zuwächse allerdings nicht passiert. "Wir haben es uns immer zum Ziel gesetzt, unsere Auslastung besser zu verteilen und die Schultersaisonen zu verstärken", sagt der Salzburger Landestourismuschef Leo Bauernberger. Gezielt habe man die Themen Rad und Kultur, Geschäfts- und Kongresstourismus positioniert, "das zeigt jetzt Wirkung". Zuletzt habe das Thema Mountainbiken "voll eingeschlagen", betont Bauernberger. Der Aktivurlaub liege im Trend. Parallel dazu sei die Lust auf Kurzurlaube gestiegen, in Salzburg seien hier die Gäste aus Deutschland "die Nummer eins".

Im heurigen Mai und Juni stiegen die Übernachtungen im Land Salzburg auf 3,2 Millionen, das ist ein Plus von 146.000 im Vergleich zum Vorjahr. Im Fünf-Jahres-Abstand zeigt sich im Vorsommer ein deutlicher Nächtigungszuwachs von 15 Prozent.

Österreichweit wurden heuer im Mai und Juni mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs (-7 Prozent) und Frankreichs (-2,4 Prozent) bei allen wichtigen Herkunftsmärkten Zuwächse erzielt. Nächtigungen aus Deutschland stiegen um 1,8 Prozent, jene aus den Niederlanden um 3,7 Prozent sowie den USA um 5,4 Prozent. Nächtigungen aus der Schweiz und Liechtenstein stagnierten (+0,5 Prozent).

Insgesamt sind in den vergangenen zehn Jahren die Übernachtungen im Frühsommer um mehr als ein Drittel gestiegen, wobei sich die Nächtigungen ausländischer Gäste (+41 Prozent) dynamischer entwickelten als jene der österreichischen Gäste (+22 Prozent). Starke Zuwächse gab es vor allem bei Gästen aus zentral- und osteuropäischen Ländern. Nächtigungen von Gästen aus Polen haben sich seit 2009 verdreifacht, jene aus Tschechien und Ungarn fast verdoppelt. Hohe Zuwachsraten gab es auch bei Touristen aus Russland (+88 Prozent) und Rumänien (+77 Prozent). Auch die Nächtigungen von Gästen aus den USA haben sich verdoppelt.

Der wichtigste ausländische Herkunftsmarkt Deutschland wuchs im Zehnjahresvergleich um mehr als ein Viertel oder um rund 1,5 Millionen Nächtigungen.

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