Wirtschaft

Marchfelder Spargelbauern lassen Erntehelfer einfliegen

Um dem coronabedingten Engpass an osteuropäischen Erntehelfern entgegenzuwirken, lassen die Spargelbauern aus dem niederösterreichischen Marchfeld Arbeitskräfte per Charterflug ins Land bringen. 138 Personen aus Rumänien sollen am Freitagnachmittag auf dem Flughafen Wien in Schwechat landen. Die Kosten werden einem Bericht der Tageszeitung "Kurier" zufolge von den Landwirten getragen.

Die Spargelernte ist bereits voll im Gange SN/APA/HARALD SCHNEIDER
Die Spargelernte ist bereits voll im Gange

"Die Leute werden schon am Flughafen auf das Coronavirus getestet, das Ergebnis hat man dann ein, zwei Tage später", wurde Josef Keferböck, Geschäftsführer des Niederösterreichischen Gemüsebauverbandes, zitiert. Die Erntehelfer "kommen dann im Betrieb in Heim-Quarantäne. Ist der Test negativ, wird die Quarantäne aufgehoben". Auch die Coronavirus-Untersuchungen werden laut dem Medienbericht von den Bauern finanziert.

Der Einflugaktion könnten weitere ähnliche Schritte folgen. Wie Josef Keferböck, Geschäftsführer der Niederösterreichischen Gemüsebauverbandes, der APA mitteilte, würde allerdings die Möglichkeit eines Korridorzuges gegenüber einem erneuten Flug präferiert. "Ich wäre froh, wenn andere Wege aufgehen würden, die funktionieren", sagte Keferböck in Hinblick auf den "immensen Aufwand", der dem freitäglichen Charterflug vorangegangen sei.

Etwa 15 Betriebe schlossen sich für die aktuelle Initiative zusammen. Bei den 138 Personen, die aus Rumänien nach Österreich kommen, handle es sich durch die Bank um "Schlüsselarbeitskräfte": "Das sind Leute, die schon fünf bis zehn Jahre in den Betrieben sind und die auch neue Helfer gut einschulen können."

Weiterer Bedarf an Erntehelfer bestehe bei den Spargelbauern in Niederösterreich durchaus. Keferböck sprach von rund 700 Personen, die aktuell fehlen würden. Dabei gebe es bei den einzelnen Betrieben große Unterschiede: "Manche haben 80 Prozent der Helfer, die sie brauchen, manche nur 20 Prozent."

Mit Arbeitskräften aus Österreich alleine sei dieser Bedarf "nicht deckbar", hielt Keferböck fest. Es sei zwar Interesse da, die Betriebe seien auch dankbar dafür, "dass viele Leute helfen wollen". Oftmals scheitere es aber am nötigen Durchhaltevermögen bzw. den teils über die kollektivvertragliche Bezahlung hinausgehenden Lohnvorstellungen der heimischen Bewerber.

Quelle: APA

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