Österreich

Massive Ernteausfälle in Österreich

Extreme Trockenheit seit Oktober und ein schwerer Frost am 18. Mai haben in Ostösterreich - der "Kornkammer" des Landes - zu massiven Ernteausfällen geführt. Teils werde mit bis zu 50 Prozent weniger Erträgen gerechnet.

Massive Ernteausfälle in Österreich SN/apa (archiv/fohringer)
Ernte österreichweit um 19 Prozent niedriger.

Österreichweit prognostiziert die Landwirtschaftskammer einen Rückgang der Getreideernte von 19 Prozent auf 2,6 Millionen Tonnen im Vergleich zu 2011. Im vergangenen Jahr wurde jedoch eine überdurchschnittliche Ernte eingefahren. Der durchschnittliche Ertrag pro Hektar soll sich von 5,5 auf 4,4 Tonnen verringern. Die heurige Getreidequalität wird aber als sehr hoch eingeschätzt.

"Dramatische Ernteunterschiede in Österreich" ortet Landwirtschaftskammer-Präsident Wlodkowski. Außerhalb Ostösterreichs wird eine durchschnittliche Getreideernte erwartet. Diese könne aber nur zum Teil die Ernteausfälle ausgleichen, sagte Wlodkowski am Dienstag. Die stärksten Rückgänge zum Vorjahr werden bei hochwertigen Getreidesorten - Durum für Nudeln (-42,6 Prozent), Sommergerste für Brauereien (-29,7 Prozent) und Weichweizen für Mehl (-21,9 Prozent) - erwartet. Deutlich geringer ist der Ernteausfall bei Getreidearten für die Tierfütterung, etwa Triticale (-9,1 Prozent). Die Versorgung mit Qualitätsweizen in Österreich sei aber gesichert, beruhigt die Landwirtschaftskammer.

Wegen der Trockenheit und den Frostschäden sei die Lage der Getreidebauern in Ostösterreich "mehr als dramatisch", betonte der burgenländische Landwirtschaftskammer-Präsident Hautzinger. Man habe schon mit der Ernte begonnen, weil das Getreide "notreif" sei. Die Ackerbauern könnten heuer nicht kostendecken arbeiten, warnte Hautzinger. Die EU-Agrarförderungen könnten die Einnahmeausfälle nur abfedern.

(SN/Apa)

Aufgerufen am 25.04.2018 um 04:37 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/massive-ernteausfaelle-in-oesterreich-5963272

Meistgelesen

    Schlagzeilen