Wirtschaft

Mayr-Melnhof strukturiert mit Zu- und Verkäufen um

Beim Kartonhersteller Mayr-Melnhof ist zur Zeit eine breite Umgestaltung im Gange. In den vergangenen Monaten wurden zwei neue Werke - Kotkamills in Finnland und des Werks Kwidzyn in Polen - gekauft. Im Gegenzug wurden die Kartonwerke Eerbeek in den Niederlanden sowie Baiersbronn in Deutschland veräußert. "Die Transformation wird uns für die nächste Dekade auf einen Wachstumspfad bringen", sagte Konzernchef Peter Oswald am Donnerstag in einem Analystencall.

Die beiden neuen Werke sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken und durch Innovation und Nachhaltigkeit für Wachstum sorgen. Beide Käufe sind mittlerweile abgeschlossen. Mit der Integration des polnischen Werks weitert Mayr-Melnhof zudem sein Produktportfolio auf zwei neue Kerngeschäfte aus, und zwar auf das Geschäft mit ungestrichenem Feinpapier ("Uncoated Fine Papers") und mit Verpackungskraftpapier ("Kraft Paper"). Die Division MM "Karton" wird in Folge in MM "Board & Paper" umbenannt.

Der positive Ergebnisbeitrag der beiden Zukäufe werde sich aber erst im kommenden Jahr 2022 voll im Ergebnis des Unternehmens niederschlagen, heißt es im Ausblick. Grund sind Einmalaufwendungen wegen der Aktivierung hoher Auftragsstände sowie die Vorratsbewertung im Zuge der Erstkonsolidierung. Zudem standen im Halbjahr Einmalkosten in Höhe von rund 26 Mio. Euro zu Buche, die vor allem auf Restrukturierungsmaßnahmen bei einem deutschen Verpackungsstandort zurückzuführen seien.

Aus dem Verkauf der Kartonwerke Eerbeek in den Niederlanden und Baiersbronn in Deutschland erwartet Mayr-Melnhof zudem einen Ertrag zwischen 45 und 55 Mio. Euro im dritten Quartal. Allerdings werde dieser zum Teil durch Akquisitionskosten und Steuern wieder aufgewogen.

Neben den Transformationsprozessen hatte das Unternehmen im ersten Halbjahr mit höheren Kosten für Vorprodukte zu kämpfen. Die gestiegenen Preise für Rohstoffe, Energie und Logistik drückten im Halbjahr die Margen des Unternehmens. "Derzeit sehen die Ergebnisse etwas frustrierend aus, aber wir denken, dass das nur ein temporärer Effekt ist", so Oswald. Die höheren Kosten könnten zum Teil an die Kunden weitergegeben werden. Ab Oktober werde es erneut Kartonpreiserhöhungen geben.

Bereits im Mai hatte das Unternehmen angekündigt, wegen der gestiegenen Kosten für Vorprodukte ab dem zweiten Halbjahr die Preise zu erhöhen. Die Kostenweitergabe erfolge jedoch immer zeitlich verzögert, daher rechnet der Konzernchef auch für das laufende dritte Quartal noch mit geringeren Gewinnmargen.

Unterm Strich erzielte das Unternehmen um rund ein Viertel weniger Gewinn. Im Vergleich zur Vorjahresperiode ging dieser um 26,7 Prozent auf 62,2 Mio. Euro zurück. Auch das betriebliche Ergebnis sank von 122,5 Mio. Euro im Vorjahr auf 92,1 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern fiel um 29,5 Prozent auf 82,9 Mio. Euro. Die Nachfrage an den Absatzmärkten sei jedoch weiterhin gut. Der Umsatz stieg im Halbjahr um 1,8 Prozent auf rund 1,3 Mrd. Euro.

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