Wirtschaft

Mehr Geld für Corona-Forschung: Neuer Topf mit fünf Mill. Euro gefüllt

Immer mehr Forscher und österreichische Unternehmen versuchen, den Mangel an Schutzausrüstung durch heimische Produktion zu lindern.

Bundesministerinnen Leonore Gewessler (Grüne) und Margarethe Schramböck (ÖVP) sprechen über den Strategieplan zur Beschaffung von Schutzausrüstung. SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Bundesministerinnen Leonore Gewessler (Grüne) und Margarethe Schramböck (ÖVP) sprechen über den Strategieplan zur Beschaffung von Schutzausrüstung.

Um Innovationen bei Schutzkleidung und Masken aus heimischer Produktion anzukurbeln, hat Bundesministerin Leonore Gewessler (Grüne) angekündigt, dass der über die Forschungsförderungsgesellschaft FFG abgewickelte "Emergency Call" um fünf Millionen Euro aufgestockt wird. Bis 11. Mai können entsprechende Projekte im Rahmen des Strategieplans der Bundesregierung beim FFG eingereicht werden.
Der Corona-"Emergency Call" in Phase 3 - 22 Millionen Euro hat die Regierung bereits vor mehr als zwei Wochen für klinische Studien Forschung zur Verfügung gestellt - soll den Mangel an heimischen Produkten beheben, der durch die Corona-Krise offenbart wurde. 64 Projekte wurden bereits für die ersten 22 Millionen eingereicht, erklärte Gewessler in ihrer Rolle als Ministerin für Innovation und Technologie bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), deren beide Ressorts diese Unternehmensprojekte und klinischen Studien finanzieren.
Als Beispiel für die erwünschte Innovation wurde der Prototyp für ein Beatmungsmodul vorgestellt, das Patienten bei Lungenbeschwerden zusätzlichen Sauerstoff liefert. Das von der TU Wien entwickelte Gerät könne mit im Baumarkt erhältlichen Teilen hergestellt werden - und daher auch in ärmeren Ländern hilfreich sein, sagte Gewessler. Man wolle mit dieser Unterstützung auch neue Produzenten nach Österreich holen: "Forscherinnen und Unternehmer sichern nicht nur Bedarf, sondern auch Arbeitsplätze", merkte die Ministerin an.
Schramböck betonte indes, dass Forschung und Entwicklung in Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen dazu beitrage, rasch eine inländische Produktion aufzubauen und nannte Günter Grabher von der Plattform "Smart Textiles Austria" als ein Beispiel, wie auch ein Projekt der Grazer TU und den Landeskrankenhäusern in Graz, das einen Augenschutz, der per 3D-Printer herstellbar ist, entwickelt hat. "Da folgt jetzt der Schritt in die industrielle Produktion", sagte Schramböck, erst mit 10.000 und dann mit 100.000 Stück pro Woche.
Ein zweites Projekt zur Reinigung von Masken und Schutzanzügen unter anderem mit Beteiligung des Altkleidersammlungs-Anbieters Saubermacher und der TU Graz schafft ein Volumen von 37.000 Masken und 10.000 Einweganzügen pro Tag. Drittens nannte die Wirtschaftsministerin "frugale Innovation" als Weg, der ressourcen- und umweltschonend zugleich sei und der von einer ebenfalls in der Steiermark angesiedelten Industrietaskforce gegangen werde.

Quelle: APA

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