Wirtschaft

Mehr Reisewarnungen: Österreicher sollen Urlaub im Inland buchen

Noch 1000 Österreicher sitzen im Ausland fest. Das Außenministerium hat wegen der Coronavirus-Krise Reisewarnungen für weitere Länder ausgesprochen. Ministerin Köstinger bittet Bürger daher, den Sommerurlaub heuer in Österreich zu verbringen. Hotels und Pensionen sollen schrittweise ab Mitte Mai öffnen dürfen.

"Österreichs Tourismus steht vor einer nie dagewesenen Herausforderung. Der Tourismus hat eine Vollbremsung hingelegt, nicht nur in Österreich", sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. "Allein im Februar hatten wir noch 20 Millionen Nächtigungen. Im März ist der Tourismus abrupt zum Stillstand gekommen."

Österreicher müssten sich einige Zeit auf massive Einschränkungen der Reisefreiheit einstellen. "Niemand kann heute seriöserweise sagen, wie sich die Situation in Europa und der Welt weiter entwickelt", sagte Köstinger. Sie plädiert, im Inland zu buchen. "Jeder, der einen Urlaub für den Sommer plant, sollte darüber nachdenken, ihn heuer in Österreich zu verbringen", erklärte die Ministerin. Österreich biete für jedes Urlaubsbedürfnis ein Angebot.
Ab Mitte Mai werde man die Bereiche der Gastronomie, des Tourismus und Freizeitwirtschaft den Betrieb stufenweise wieder aufnehmen können, allerdings weiterhin mit strengen Abstands- und Hygieneregeln. Wie dieses Hochfahren konkret aussieht, könne man aber erst Ende April genauer sagen. Dann soll die Entwicklung der Coronavirus-Zahlen neu bewertet werden.


Noch 3.500 Österreicher im Ausland, 1.000 wollen zurück

Von ursprünglich 47.000 Österreichern, die sich zu Beginn des Ausbruchs der Corona-Pandemie im Ausland aufgehalten haben, sind noch 3500 übrig. Von ihnen wollen allerdings nur rund 1000 auch tatsächlich zurück in ihre Heimat, sagte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) am Mittwoch bei der Pressekonferenz.

Bisher konnte man in 37 Rückholflügen 7100 Österreicher aus 27 Ländern und fünf Kontinenten sicher nach Österreich zurückbringen. "Die verbliebenen Österreicher sind über den ganzen Globus verteilt", erklärte er: 25 in Chile, 23 in Peru oder 19 in Thailand. "Mit dem morgigen Flug aus Neuseeland ist die Phase der Rückholaktion beendet. Wir gehen jetzt in die Einzelfallbetreuung", sage Schallenberg. Man werde aber niemanden zurücklassen und auch Einzelpersonen und Kleingruppen zurückholen. Wenn das nicht mehr möglich ist, werde man sie vor Ort so gut wie möglich betreuen und konsularische Hilfe anbieten - etwa bei der Suche nach Unterkünften oder der medizinischen Betreuung. Auch ein Notkredit der Botschaft ist möglich.

Der Tourismus steht weitgehend still. SN/APA (dpa)/Federico Gambarini
Der Tourismus steht weitgehend still.


Wegen der Coronavirus-Epidemie weitet das Außenamt zudem seine Reisewarnungen aus. Dazugekommen sind sieben Staaten. In Europa sind das Belgien, Portugal sowie Schweden und darüber hinaus Brasilien, Indonesien, Nigeria und die Philippinen. Für 29 Staaten galt bereits zuvor die Stufe 6 (Reisewarnung), dazu zählen in Europa die Nachbarländer Italien und Schweiz sowie Frankreich, Spanien, Großbritannien und die Niederlande.

Tourismus könnte noch Monate still stehen

Während es im Einzelhandel nach Ostern erste Lockerungen gibt, ist die Situation für den in Salzburg so wichtigen Tourismus aufgrund seiner internationalen Verflechtung wesentlich schwieriger. Die Hotels bleiben noch länger geschlossen - und die Märkte sind ohnehin zusammengebrochen. Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat zwar die Sommersaison "noch nicht aufgegeben", wie er am Freitag sagte. Selbst der oberste Tourismuswerber im Land hat aber keine großen Hoffnungen. "Wir stehen vor einem Schrumpfsommer", sagt Leo Bauernberger, Chef der SalzburgerLand Tourismus GmbH. Dennoch arbeite man intensiv am Neustart, bei dem das Werben um inländische Gäste zuerst im Mittelpunkt stehe. Bauernberger hofft, dass Salzburg im Herbst wieder echte Impulse setzen und im nächsten Winter durchstarten kann.

Quelle: SN

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