Wirtschaft

Metaller-Gewerkschaft fordert kräftiges Reallohn-Plus

Nachdem die Löhne und Gehälter in der Metallindustrie im vergangenen Jahr nur um 1,45 Prozent, also um die Inflationsrate, erhöht wurden, fordern die Arbeitnehmer angesichts des guten Wirtschaftswachstums heuer einen deutlich höheren Abschluss. Arbeitgeber-Obmann Christian Knill bremst naturgemäß: Man sei im vergangenen Jahr wegen Corona stark ins Minus gerutscht und heuer gerade erst dabei, dieses Minus wieder aufzuholen, sagte er im Ö1-"Mittagsjournal".

Experten erwarten höheren Abschluss als 2020 SN/APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner
Experten erwarten höheren Abschluss als 2020

Rainer Wimmer, Chef der Produktionsgewerkschaft PRO-GE, wollte sich heute (Montag) im Ö1-"Morgenjournal" noch keine konkrete Forderung entlocken lassen, erst am Donnerstag übergeben die Gewerkschafter ihre Forderung an die Arbeitgeber in der Metallindustrie. "Wir wollen eine Lohnerhöhung, die die Menschen ordentlich spüren", sagte der Gewerkschafter. Man wolle heuer eine außergewöhnliche Reallohnerhöhung erreichen. Im August erreichte die Inflation mit 3,2 Prozent den höchsten Wert seit Dezember 2011.

Die Messlatte für die Verhandlungen ist die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate, die bei 1,9 Prozent lag. Deshalb rechnet auch Benjamin Bittschi vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) für heuer mit einem kräftigeren Lohnzuwachs. "Die Inflation ist deutlich höher und insofern ist auch zu erwarten, dass die Abschlüsse höher sind", sagte Bittschi im "Morgenjournal".

"Man erwartet ja auch für nächstes Jahr ein relativ gutes Bild, also ist zweieinviertel Prozent sicherlich tragbar und wird wahrscheinlich sogar höher werden, nehme ich an", meinte der Wirtschaftsforscher Helmut Hofer vom IHS.

Arbeitgebervertreter Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), räumt zwar ein, "dass die Auftragsbücher voll sind, es ist aber auch richtig, dass wir nach wie vor eine unsichere Situation in unseren Betrieben haben. Corona ist auch noch nicht vorbei." Darüber hinaus gebe es Schwierigkeiten beim Materialnachschub und die Rohstoffpreise seien enorm hoch, sagte Knill im "Mittagsjournal".

Im vergangenen Jahr sei die Produktion der Branche um ein Zehntel eingebrochen, nun sei man "guter Hoffnung, dass wir das heuer zu einem großen Teil wieder aufholen können". Angesichts der zuletzt hohen Inflation bestehe aus der Sicht der Arbeitgeber "kein außergewöhnlicher Handlungsbedarf", sagte Knill. Bei der Teuerung habe man es mit einem Nachholeffekt zu tun, "alle Experten, darunter auch die Nationalbank, rechnen für das nächste Jahr wieder mit einer sinkenden Inflation".

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