Österreich

Metaller-KV - Gewerkschaften erhöhen Druck

Die Gewerkschaften der Metaller- und der Privatangestellten haben mit bundesweit 7 Betriebsräte-Konferenzen am Freitag ihren Druck auf die Kollektivvertragsverhandlung erhöht. Sie kündigten an, dass als erster Schritt Betriebsversammlungen einberufen werden, die durchgeführt werden, wenn es bei der nächsten Verhandlungsrunde am 3. November keine Einigung mit den Arbeitgebern geben sollte.

Metaller-KV - Gewerkschaften erhöhen Druck SN/APA/ROBERT JAEGER
Rainer Wimmer übte Kritik an der Arbeitgeber-Seite.

Der Bundesvorsitzende der Produktionsgewerkschaft Rainer Wimmer kritisierte, die Arbeitgeberseite habe die Forderung nach einer Erhöhung der Gehälter und Löhne um 3 Prozent, mindestens aber 75 Euro als "realitätsfern und absurd" abgestempelt. Sie sei weiters nicht bereit ein Gegenangebot zu machen, wenn diese Forderung nicht nach unten geschraubt werde.

Das wollen die Gewerkschafter nicht akzeptieren, wie es in einer von den Teilnehmern der Betriebsrätekonferenz beschlossenen Resolution heißt. Sie verlangen auch die Weiterentwicklung des Rahmenrechtes. Dazu gehören unter anderem eine Woche Bildungsfreistellung bei Weiterbildung, eine bessere Anrechnung von Karenzzeiten auf dienstrechtliche Ansprüche und der Rechtsanspruch auf einen unbezahlten Papamonat plus Kündigungsschutz. Dem Wunsch der Arbeitgeber, bei den Lohnforderungen auf Unternehmen Rücksicht zu nehmen, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht, lehnen sie ab: "Lohnabschlüsse nach den schlechtest gehenden Betrieben machen wir nicht".

Sie argumentieren bei ihren Forderungen mit gestiegener Produktivität in den Betrieben sowie erhöhten Gewinnen und Dividendenausschüttungen. "Da müssen die Arbeitnehmer mitgenommen werden, jetzt sind sie dran", sagte Wimmer. Es müsse auch "honoriert" werden, dass die Arbeitnehmer im Vorjahr mit einem Modell zur Arbeitszeit-Flexibilisierung in Vorlage getreten seien - "ein massiver vertrauensvoller Schritt in Richtung Arbeitgeber".

Bei den Betriebsversammlungen am 7. und 8. November sollen die Belegschaften informiert und weitere gewerkschaftliche Maßnahmen beschlossen werden. Möglich seien die Leistung von weniger Überstunden, Betriebsversammlungen über Stunden oder Schichten und öffentliche Kundgebungen. Parallel soll es auch Gespräche mit den einzelnen Geschäftsführungen geben.

Quelle: APA

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