Wirtschaft

Metaller-KV-Verhandlungen starten in "kühlen" Zeiten

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 130.000 Beschäftigten der Metalltechnischen Industrie beginnen kommenden Montag. Im Vorfeld der ersten KV-Runde hatte die Gewerkschaft eine "Erntezeit für Beschäftigte" ausgerufen, weil es in der Metallbranche in den vergangenen Jahren gut lief. Die Arbeitgeber sehen hingegen wenig Spielraum aufgrund der Konjunkturabkühlung.

Rund 130.000 Beschäftigte arbeiten in der Branche SN/APA/HANS KLAUS TECHT
Rund 130.000 Beschäftigte arbeiten in der Branche

Der KV-Abschluss in der Metalltechnischen Industrie gilt als richtungsweisend für die Herbstlohnrunde mit vielen weiteren Kollektivvertragsverhandlungen. Die Lohnrunde findet diesmal in Zeiten der vorgezogenen Nationalratswahlen und der anlaufenden Koalitionsverhandlungen statt.

Wie es wirtschaftlich um die Metallbranche steht, darüber sind sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter nicht einig. "Die Party ist vorbei. Nach einigen guten Jahren müssen wir uns auf starken Gegenwind und einen deutlichen Abschwung einstellen", sagte der Obmann des WKÖ-Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), Christian Knill, zu Beginn der Woche. Ein Entgelt-Plus wie zuletzt mit rund 3,5 Prozent sei nicht drin. Knill verwies auf zahlreiche Konjunkturdaten, Produktionszahlen und Firmen-Stimmungsbarometer, die in den vergangenen Monaten nach unten zeigten.

Für die Gewerkschaft ist die Metallindustrie aber "weiterhin auf einem Top-Niveau unterwegs", unter anderem bei der abgesetzten Produktion und der Auftragslage. "Die Gewinnausschüttungen sind wie die Jahre zuvor sehr hoch. Mehr als zwei Milliarden Euro wurden 2018 an die Eigentümer ausgeschüttet", hieß es von der Gewerkschaft PRO-GE zur APA. Voraussetzungen für "ordentliche Lohnabschlüsse" seien "gegeben", erklärten die gewerkschaftlichen Verhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp) ebenfalls am Anfang der Woche.

Die Arbeitgeber wollen bei den Metaller-KV-Verhandlungen "einen zeitgemäßen Kollektivvertrag" erreichen, unter anderem den Arbeiter-und Angestellten-KV zusammenlegen. Das von der Gewerkschaft geforderte Recht auf eine Vier-Tage-Woche ist für die Metalltechnische Industrie nicht denkbar. "Einem einseitigen Recht" wollen die Arbeitgebervertreter nicht zustimmen. Auf Unternehmensebene könne die Vier-Tage-Woche ja bereits zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern vereinbart werden.

Bei den vergangenen KV-Verhandlungen einigten sich der Metaller-Fachverband FMTI und die Gewerkschaft nach sieben Runden auf einen hohen Abschluss mit einem durchschnittlichen Entgelt-Plus von 3,46 Prozent gestaffelt nach Einkommen. Davor lag das KV-Plus bei 3,0 Prozent für 2018, 1,68 Prozent (2017), 1,5 Prozent (2016) und 2,1 Prozent (2015).

Quelle: APA

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