Wirtschaft

Metaller-KV: Warnstreiks laufen weiter

Am Dienstag sind die Warnstreiks in den Betrieben der Metalltechnischen Industrie weitergegangen, nachdem die fünfte Verhandlungsrunde im Metaller-KV vorige Woche scheiterte. Einen neuen Gesprächstermin gab es vorerst nicht. Möglich ist bereits der Donnerstag.

Von Montag bis Mittwoch finden Warnstreiks in insgesamt 220 Betrieben mit 70.000 Beschäftigten statt. Die Arbeit wird für zwei bis drei Stunden niedergelegt. Kommt es bis kommenden Montag nicht zu wesentlichen Fortschritten in den Verhandlungen, dann drohen die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp damit, am Montag ganze Schichten ausfallen zu lassen - also acht Stunden zu streiken.

Metaller-KV-Verhandlungen gab es am Dienstag für die Bereiche Bergbau-Stahl und die Gießereiindustrie. Aus terminlichen Gründen abgesagt wurde hingegen die Verhandlungen Nichteisen-Metallindustrie (NE-Metalle) für den morgigen Mittwoch. Die Gewerkschaft will die kleinen Metallerbereiche aber erst nach einer Einigung für den mit Abstand größten Bereich der Metalltechnischen Industrie abschließen. Die Gewerkschaften wollen einen gemeinsamen KV für die einzelnen Metaller-Bereiche "mit aller Kraft verteidigen", betonten sie zuletzt mehrmals.

"Wir werden in Verhandlungen treten, wenn die Arbeitgeber bereit sind, ein substanzielles Angebot zu machen. Wir lassen uns nicht wieder - wie die vergangenen vierzig Verhandlungsstunden - an der Nase herumführen", sagte PRO-GE-Chef Rainer Wimmer erst gestern.

Gestreikt wurde am Dienstag beispielsweise bei Andritz in Graz, Liebherr in Nenzing (Vorarlberg), Silhouette in Linz, Boehlerit in Kapfenberg (Steiermark), Stiwa in Attnang (Oberösterreich), Knorr Bremse in Mödling (Niederösterreich) und voestalpine Precision Strip in Böhlerwerk (Niederösterreich).

Die Arbeitgebervertreter wollten sich heute auf APA-Anfrage nicht dazu äußern, ob sie ihre Überlegung konkretisiert haben, ihren Mitgliedsbetrieben eine "freiwillige Entgelterhöhung" von 2,7 Prozent zu empfehlen. Dazu meinte GPA-djp-Chef Karl Dürtscher zuletzt, mit solchen Ideen würden die Arbeitgeber versuchen, die Mitarbeiterschaft zu spalten.

Eine solche "freiwillige Erhöhung" sorgte ja zuletzt auch bei den Eisenbahner-Arbeitnehmervertretern für Aufregung. Heute sagte vida-Chef Roman Hebenstreit, dass die Arbeitgebervertreter heuer in vielen Branchen "ungewöhnlich beharrend" seien und der Herbst "nicht nur wettermäßig etwas heißer" sei. Die vida verhandelt 150 Kollektivverträge im Dienstleistungs- und Verkehrsbereich. "Ich kann sagen, das wir in mehreren Bereichen auf harte Auseinandersetzungen eingestellt haben", so Hebenstreit.

Das verfahrene Bild von den Verhandlungen im Metaller-KV beginnt sich verstärkt in den Verhandlungen zum Bahn-KV zu spiegeln. Wie die Metaller-Arbeitgeber sehen auch die Bahn-Arbeitgeber in den Forderungen der Gewerkschaft ein "unerfüllbares Belastungspaket". Das sagte Thomas Scheiber, Obmann des Fachverbandes Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer, im APA-Gespräch am Dienstag.

Droht also ein so richtig heißer Herbst, Streiks bei Metallern und Eisenbahnern? Was ist am Vorhalt der Arbeitgeber heuer dran, die Gewerkschaften hätten im Vorhinein alles Weichen auf Streik gestellt, weil sie Opposition betreiben würden? Hierzu blieb der Spitzengewerkschafter ausweichend.

Einerseits gebe es eine "zusätzliche Motivation" seitens der Regierung für ordentliche finanzielle Abschlüsse und Experten wie Notenbankgouverneur Ewald Nowotny würden die 5-Prozent-Forderung der Metaller für legitim halten, so Hebenstreit. Die Arbeitgeberseite nehme aber eine "Beharrungshaltung" ein und habe zum Teil bereits getätigte Zusagen wieder zurückgezogen. "Wo die Verantwortung momentan liegt, zur Eskalation beizutragen, das drehe ich gerne um", so Hebenstreit. Gebe es in der achten Bahn-KV-Runde am 21. November kein Ergebnis, sei die Gewerkschaft dazu bereit, "alles zu tun, was notwendig ist". Der Rückhalt der Mitarbeiter in Kampfmaßnahmen zu gehen sei riesig, stützte er sich auf eine aktuelle Umfrage, derzufolge 85 Prozent zu Kampfmaßnahmen bereit sind.

Quelle: APA

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