Österreich

Millionenbetrug bei Wiener Wohnen vermutet

Zwölf Handwerksbetriebe sollen im Zuge von Renovierungsarbeiten in Gemeindebauten die der Stadt Wien gehörende Gesellschaft "Wiener Wohnen" um geschätzte 65 Millionen Euro betrogen haben. Im Zusammenhang mit diesem Verdacht gab es am Donnerstag eine Razzia mit 40 Hausdurchsuchungen in Wien und Wien-Umgebung, berichten "Kurier" und "Krone".

"Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein dubioses Netzwerk aus zwölf Glaserei- und Malereibetrieben, Boden- und Fliesenlegern sowie ihre wirtschaftlichen Machthaber", schreibt der "Kurier". Sie sollen Preise abgesprochen und Arbeiten zu teuer verrechnet beziehungsweise verrechnete Leistungen nicht oder "bewusst minderwertig" ausgeführt haben. So seien Wohnungen nur ein Mal ausgemalt worden, es seien aber sieben Anstriche verrechnet worden. Laut "Krone" geht es um 65 Mio. Euro Schaden. Jährlich werden rund 9.000 Gemeindewohnungen saniert.

"Es wurden Hausdurchsuchungen an mehreren Standorten durchgeführt", bestätigt Oberstaatsanwalt Rene Ruprecht von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft den beiden Zeitungen. Es werde wegen des Verdachts des Betruges und wettbewerbsbeschränkender Preisabsprachen ermittelt. Gegen die zwölf verdächtigen Unternehmen werde nach dem Finanzstrafgesetz und wegen des Verdachts der Schwarzarbeit bzw. des Sozialbetrugs ermittelt. Insgesamt seien 93 Beschuldigte angeführt, dabei seien auch Mehrfachnennungen darunter. Die Strafdrohung betrage bei Betrug bis zu zehn Jahre Haft.

Quelle: APA

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