Wirtschaft

Mit dem Rücken zur Wand: "Dann müssen wir eben vorwärts"

Die Quipster-Gründer Andreas Körner, Alina al-Wazzan-Aktas und Akin Aktas.  SN/quipster
Die Quipster-Gründer Andreas Körner, Alina al-Wazzan-Aktas und Akin Aktas.

Cookie hat eine Ausbildung zum Pâtissier in Paris absolviert und ist jetzt Food Blogger, YouTuber und Veganer. Joe ist Lkw-Fahrer, lebt auf seiner Farm am Stadtrand und produziert seinen eigenen Whisky. Nerd hat einen IQ von weit über 150 und eine Formel erfunden, die erklärt, wieso Brot immer auf die Butterseite fällt. Und alle drei bestehen nur aus wenigen Pinselstrichen. Die lustigen schwarz-weißen Figuren mit eigenen Geschichten und Charakteren sind das Markenzeichen des Salzburger Modelabels Quipster.

2013 gründete Akin Aktas das Unternehmen gemeinsam mit Andreas Körner und seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Alina al-Wazzan-Aktas. Mittlerweile ist das Unternehmen gewachsen - trotz Krise. Im Sommer wurde das vierte Quipster-Geschäft an einem prominenten Standort eröffnet: in der Wiener Kärntner Straße. Neben den zwei Läden in der Salzburger Altstadt - in der Gries- und Getreidegasse - gibt es nun auch zwei in der Bundeshauptstadt.

"Ich habe mir gesagt: Wir stehen schon mit dem Rücken zur Wand. Jetzt gibt es nur noch eine Richtung: vorwärts", erklärt Aktas. Die Zeit, in der viele Geschäfte schließen mussten, habe für sie die Möglichkeit eröffnet, überhaupt an so einen Innenstadtstandort zu kommen. "Wir sind damit ein Risiko eingegangen. Aber bislang haben wir es nicht bereut. Obwohl im Sommer noch sehr viel weniger Touristen in Wien waren, wurden wir von den Kunden gut angenommen", sagt der 33-jährige Salzburger mit türkischen Wurzeln.

Die Krise geht an Quipster - Englisch für Spaßvogel - nicht spurlos vorbei. Schließlich sind die T-Shirts, Pullover oder Socken gerade bei Touristen gefragt. Dass er trotzdem keine seiner 19 Mitarbeiter kündigen musste und für den neuen Shop in der Kärntner Straße sogar neues Personal einstellen konnte, darauf ist Aktas stolz. Der jüngste Lockdown, der im Handel mit 12. Dezember endet, machte Quipster aber zu schaffen. "Damit hatten wir nicht gerechnet. Aber wenn wir 2020 überstanden haben, dann überstehen wir auch 2021", sagt er. Im Lockdown verkaufte man über Click und Collect. Der Onlineshop wurde schon zu Beginn der Krise ausgebaut.

Produziert werden Quipster-T-Shirts und Co. in der Türkei. Zu den 40 Charakteren kommen immer wieder neue hinzu, zuletzt etwa Weihnachtsfiguren. Der kreative Kopf hinter Quipster ist Andreas Körner. Er malte die Figuren schon jahrelang in seine Notizbücher, als er Aktas traf - und sie gemeinsam die Idee hatten, die Figuren auf T-Shirts zu drucken. Während sich Aktas um Produktion und Logistik kümmert, hat Alina al-Wazzan-Aktas die Verantwortung für Personal und Shops. Nicht nur beruflich, auch privat harmonieren die beiden. "Natürlich kommt es manchmal zu Reibereien. Aber das ist schnell ausdiskutiert. Wir sind ein eingespieltes Team", sagt Alina al-Wazzan-Aktas.

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