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Mit Eigenmarken fährt man laut VKI immer am billigsten

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in einer neuen Erhebung im Lebensmittelhandel teils riesige Preisunterschiede für die gleichen Produkte erhoben. Bei einem knappen Drittel der Produkte gibt es Kostenunterschiede von 50 bis 257 Prozent. Am billigsten fährt man jedenfalls immer mit den Eigenmarken, heißt es im aktuellen VKI-Magazin "Konsument".

Mit Eigenmarken fährt man laut VKI immer am billigsten SN/APA/BARBARA GINDL
Der VKI machte Kostenunterschiede von 50 bis 257 Prozent aus.

Was es nicht gibt, ist ein Anbieter, der am billigsten oder am teuersten ist. Der VKI hat drei Warenkörbe - Billigprodukte, Markenartikel und Bio-Produkte - verglichen, und zwar bei den Diskontern Hofer, Lidl und Penny sowie bei den Supermärkten Billa, Merkur, Spar und MPreis. Wer der Billigste ist, darauf gibt es keine Antwort. Die Ergebnisse der Preiserhebung seien differenziert zu betrachten, es dürfe nicht verallgemeinert werden. So kostete beim "günstigen" Anbieter Hofer ein Kilo Bio-Rispentomaten 7,11 Euro, während das gleiche Produkt im Durchschnitt aller Anbieter 3,38 Euro kostete und bei Penny gar nur 1,99 Euro (Preisunterschied: 257 Prozent).

Welche Einkaufsquelle am günstigsten ist, hängt von den Produktgruppen und -qualitäten ab, die einem als Verbraucher wichtig sind. Tief sind Preise, die praktisch jeder Konsument im Kopf hat, "natürlich rein zufällig und ohne jegliche Absprache" liegen diese auch nach den Geschäften "auf gleichem Niveau", schreibt das Magazin. "Für den Rest scheint das nicht zu gelten."

Eine Verallgemeinerung hält der VKI dann auch doch wieder für möglich - und zwar: "Eigenmarke gewinnt", egal, wo man einkauft, wenn der Preis Entscheidungsgrundlage ist.

Eingekauft haben die VKI-Tester in der zweiten Juli-Woche. 69 Produkte kamen ins Billig-Einkaufswagerl, 49 ins Marken-Wagerl und 25 ins Bio-Wagerl. Bei 51 gleichwertigen Produkten überstiegen die Preisunterschiede 50 Prozent. Weniger viele Marken- und Bio-Artikel verglichen wurden wegen des geringeren Angebots solcher Produkte bei Diskontern.

MPreis ist beim Warenkorb "Billig/Eigenmarken" am teuersten, bei den "Markenartikeln" aber am zweitgünstigsten unter den Supermärkten, so der VKI. Beim "billigen" Warenkorb liegen Hofer und Penny Kopf an Kopf, Lidl ist um rund 3 Prozent über den beiden Diskonter-Konkurrenten. Bei den Supermärkten liegen Merkur und Billa eng beieinander (plus 6 bzw. 7 Prozent zu Hofer und Penny), die Spar-Geschäfte und Mpreis seien "erkennbar teurer" (plus 13 bzw. 16 Prozent).

Bei den Markenprodukten haben die Supermärkte deutlich mehr Angebotsvielfalt als die Diskonter. Merkur ist hierbei am teuersten. Dort zahlte der VKI für den Marken-Warenkorb 140 Euro. Im Durchschnitt der Supermarkt-Konkurrenz kosteten die gleichen Produkte 127 Euro. Bei den Diskontern mit ihrem in dieser Warengruppe eingeschränkten Angebot waren alle bei Penny erhältlichen Sachen um 14 Euro billiger als die gleichen bei Merkur und um 6 Euro billiger als im Schnitt aller Supermärkte. Hofer und Lidl lagen mit ihren wenigen Artikeln im Korb etwa im Schnitt der Supermärkte.

Das Bio-Einkaufswagerl kostet bei Spar und Billa 68 Euro, bei Mpreis 70 Euro und bei Merkur 74 Euro. Vergleicht man die Bio-Artikel, die es auch beim Diskonter gibt, so fährt man bei Lidl um 9 Euro sowie bei Hofer um Penny um 8 Euro günstiger als in den Supermärkten.

Der VKI will seine neue Art der Warenkorb-Erhebung regelmäßig wiederholen und online veröffentlichen. Auch die aktuelle erste Erhebung findet sich im Detail im Internet.

Quelle: APA

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