Wirtschaft

Nach dem Streik ist vor dem Streik? Keine Einigung bei Eisenbahnern

Montag um 14 Uhr haben die ÖBB damit begonnen, den Bahnverkehr strukturiert wieder auf Schiene zu bringen. Das teilte das Management mit. Allerdings steht eine Einigung bei den Eisenbahnern immer noch aus - die Verhandlungen wurden abgebrochen.

Die Fernverkehrszüge setzen ihre Fahrt nach Informationen der ÖBB ab 14 Uhr fort, der Nahverkehr folge direkt im Anschluss. Die Fahrgäste müssten mit Auswirkungen des Warnstreiks jedenfalls bis zum späten Nachmittag rechnen, hieß es in einer Aussendung am frühen Montagnachmittag. Die Österreichischen Bundesbahnen gehen davon aus, dass rund 100.000 Fahrgäste von den Auswirkungen des Streiks betroffen waren/sind.

Zuvor standen laut ÖBB in Österreich 670 Züge still, davon 70 im Fernverkehr.

Die neunte Verhandlungsrunde zum Bahn-KV ist am Montag zu Mittag während des Warnstreiks der Gewerkschaft ergebnislos abgebrochen worden. Die Gewerkschaft habe das Angebot bedauerlicherweise abgelehnt, sagte Arbeitgeber-Chefverhandler Thomas Scheiber. Vida-Chef Roman Hebenstreit sagte, das Angebot habe sich unterm Strich nicht verbessert.

In einer Aussendung legte die Gewerkschaft nach: "Hier im Vorfeld von einem substanziell verbesserten Angebot zu sprechen, das spottet jeder Beschreibung und ist eine Frechheit." Die Gewerkschaft kritisierte Einschüchterungsversuche und sieht das als Folge des Regierungswechsels. "Es ist mittlerweile wirklich viel möglich geworden in diesem Land", so Hebenstreit.

Für ÖBB-Chef Andreas Matthä sei es "ein untragbarer Zustand, dass sich trotz der Angebote sowohl Wirtschaftskammer als auch Gewerkschaft offensichtlich nicht annähern können" und "ich kann nicht verstehen, dass man für dieses Angebot streikt". Leidtragende seien die Fahrgäste.

Auch Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) sagte zuvor, er versteht nicht, warum es keine Einigung gegeben hat. Er würde gerne selber am Verhandlungstisch sitzen, sagte er, sei doch eine Einigung möglich. Das Angebot sei aus seiner Sicht sehr gut, für die beamteten Mitarbeiter höher als der Beamten-KV und für die anderen "in der Nähe des Abschlusses der Metaller". Alleine die ÖBB würde dieser Abschluss 80 Mio. Euro kosten. "Der einzige, der einen Grund zum Streiken hätte, ist der Finanzminister", so Hofer.

Noch kein Termin für die nächste Verhandlungsrunde

Für eine zehnte Verhandlungsrunde gibt es keinen Termin. Beide Seiten erklärten nach dem Verhandlungsabbruch, nun die internen Gremien für Beratungen einzuberufen. Aufseiten der vida werde das binnen 48 Stunden passieren, so Hebenstreit. Weitere Streikmaßnahmen schloss der Gewerkschaftschef nicht aus: "Die nächste Stufe nach dem Warnstreik ist der Streik, aber soweit sind wir noch nicht."

Scheiber sagte, man werde nochmals ausloten, "welchen Verhandlungsspielraum wir haben". "Wenn das geschehen ist, wird es zu weiteren Gesprächen kommen."

Salzburg: Gewerkschafter beruhigten Fahrgäste

Beim Salzburger Hauptbahnhof waren Montagmittag die Gewerkschafter unterwegs, um Fahrgäste zu besänftigen. Denn nicht alle hatten Verständnis für den zweistündigen Warnstreik. Bekrittelt wurde von vielen die fehlende Information im Vorfeld. Vida-Landesvorsitzender Rudolf Schuchter sagte zu den "Ich habe bis jetzt noch keine Beschimpfungen erhalten. Die Reisenden sagen durchwegs: Macht's weiter so!" Rund 40 Züge standen im Bundesland Salzburg während des Streiks in Bahnhöfen und warteten auf die Weiterfahrt.

Massive Störungen im Bahnverkehr zu erwarten

Es ist davon auszugehen, dass es österreichweit zu gravierenden Störungen im Bahnverkehr kommen wird. Die Gewerkschaft hatte keine Details zu betroffenen Verbindungen und Strecken bekannt gegeben. Deswegen beschlossen die ÖBB, aus Gründen der betrieblichen Sicherheit, den ganzen Zugverkehr um 12.00 Uhr österreichweit vorübergehend einzustellen. Diese Maßnahme diene der Sicherheit all unserer Fahrgäste und sei auf die fehlende Information seitens der Gewerkschaft zurückzuführen, hieß es, welche lediglich einen flächendeckenden Warnstreik angekündigt habe.

Quelle: APA

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