Wirtschaft

NEOS starten Whistleblower-Plattform gegen Korruption in WKO

Die NEOS werfen der Wirtschaftskammer "strukturelle Korruption" und "indirekte Parteienfinanzierung" vor - allerdings "fehlen nach wie vor handfeste Belege dafür", wie sie am Montag in einer Aussendung einräumten. Beweise für Misswirtschaft in der WKO wollen sie nun über ihre neue Whistleblower-Plattform https://wkoleaks.at sammeln, die NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn heute präsentierte.

Schellhorn will nun online Beweise sammeln SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Schellhorn will nun online Beweise sammeln

Die Wirtschaftskammer sitze auf einem Milliardenvermögen, das allerdings vielfach nicht zum Wohle ihrer "Zwangsmitglieder" eingesetzt werde, kritisierten Schellhorn und UNOS-Bundessprecher Michael Schuster am Montag in einer Pressekonferenz.

Die Wirtschaftskammer nehme jährlich 992,7 Mio. Euro an Zwangsbeiträgen ein und die Wirtschaftskammern hätten ein Vermögen von rund 1,5 Mrd. Euro angehäuft, doch würde die Beiträge "im Sumpf der Wirtschaftskammer versickern", heißt es in einer Aussendung. So gebe es beispielsweise "Luxusbudgets" für Betriebsausflüge der Wirtschaftskammer.

Die NEOS rufen daher dazu auf, sie über Missstände und Korruption in der Wirtschaftskammer zu informieren. Sie haben dafür ein eigenes Postfach eingerichtet, man kann ihnen aber auch PGP-verschlüsselte E-Mails (wkoleaks@neos.eu) schicken oder sie über den Messenger Signal (+43 664 8878 2499) kontaktieren.

Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf wies die gegen die Kammer erhobenen Vorwürfe als "untergriffigen Debattenstil" zurück. "Da geht es nicht mehr um sachliche Kritik, sondern nur mehr um Beschimpfen und Vernadern", sagte Kopf laut Aussendung.

Kopf verweist darauf, dass die Wirtschaftskammer-Organisation nicht nur von einem internen Kontrollamt, sondern auch vom Rechnungshof geprüft werde. Unzählige parlamentarische Anfragen der NEOS zur finanziellen Gebarung seien korrekt und transparent beantwortet worden. "Wenn es Mängel gibt, sind sie umgehend abzustellen. Das ist klar. Aber eine gesamte Organisation und damit ihre Funktionäre und Mitarbeiter ohne Beleg anpatzen zu wollen, geht genauso wenig."

Quelle: APA

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