Österreich

Neue Sozialversicherung-Initiative für Selbstständige

Nach der drastischen Kürzung einer Zusatzversicherung hat der Obmann der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft (SVA), Christoph Letil, eine neue Initiative angekündigt. Selbstständige sollen demnach im Falle einer lange andauernden Krankheit rückwirkend ab dem vierten Tag Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung und nicht erst nach 43 Tagen bekommen.

Das Thema lässt Leitl "nicht kalt".  SN/APA (Archiv)/HERBERT PFARRHOFER
Das Thema lässt Leitl "nicht kalt".

"Wer künftig länger als sieben Wochen krank ist, soll rückwirkend ab dem vierten Tag ein Krankengeld von täglich 30 Euro bekommen, ohne dass die Pflichtbeiträge der Versicherten erhöht werden", kündigt Leitl am Dienstag im "Standard" an. Die Finanzierung dafür werde derzeit berechnet. "Damit kann die Existenzbedrohung durch chronische oder langwierige schwere Erkrankungen bekämpft werden. Sie sehen, das Thema lässt mich nicht kalt", so der Wirtschaftskammer-Präsident.

Leitl hat aber auch noch andere Ideen im Köcher: "Eine Alternative sind unterschiedliche freiwillige flexible Versicherungspakete, bei denen die Versicherten Leistungs- und Beitragsvarianten frei wählen können. Die SVA wird in den kommenden zwei bis drei Monaten eine Lösung finden."

Mit seinem Vorschlag, ein Krankengeld von täglich 30 Euro rückwirkend ab dem vierten Tag auszuzahlen, modifiziert Leitl einen Vorschlag seines SVA-Stellvertreters Alexander Herzog. Dieser hatte nach Bekanntwerden der Kürzungen in der Zusatzversicherung angeregt, dass bei langer Krankheit über 43 Tage das volle Krankengeld rückwirkend ab dem ersten Tag ausbezahlt wird.

Anlass für die Diskussion ist, dass die SVA rückwirkend mit Anfang des Jahres die Zusatzkrankenversicherung drastisch gekürzt hat. Das Mindestkrankengeld in Höhe von 29,23 Euro pro Tag wurde auf eine Leistung von täglich 8,51 Euro reduziert und das obwohl der zu bezahlende Beitrag kaum sinkt. Ausbezahlt wird das Mindestkrankengeld mit der Zusatzversicherung ab dem vierten Krankenstandstag. Die eigentliche Lohnfortzahlung läuft erst nach 43 Tagen Krankheit. Das heißt, wer keine Zusatzversicherung hat, bekommt bis dahin gar nichts. Insgesamt haben vier Prozent der SVA-Versicherten eine solche Zusatzversicherung.

Begründet werden die Einschnitte von der SVA mit einem Defizit bei der Zusatzversicherung. Leitl betont, dass die SVA gesetzlich dazu verpflichtet gewesen sei. Alternative wäre eine Verdoppelung des Beitrages für die 30.000 Zusatz-Versicherten gewesen.

Quelle: APA

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