Wirtschaft

Neueröffnungen: Systemgastronomie auf dem Vormarsch

Während sich der Expansionskurs des österreichischen Einzelhandels generell eingebremst hat, sind Systemgastronomen wie Vapiano und L'Osteria auf den Geschmack gekommen und eifrig auf der Suche nach neuen Filialen: Heuer wollen hierzulande 81 Vertriebslinien weitere Standorte eröffnen. 2016 haben 45 Systemgastronomen nach neuen Shops in Österreich gesucht, heißt es von RegioData am Donnerstag.

"Die kommen interessanterweise meistens aus Deutschland", so Wolfgang Richter, Geschäftsführer bei RegioData Research zur APA. Unter den Expansionswilligen seien auch sechs Gastronomen, die in Österreich zum ersten Mal Fuß fassen wollen. Auch viele kleinere Unternehmen wie der Eisgreissler oder die Burrito-Schmiede Max & Benito wollen ihre Standorte weiter aufstocken, so RegioData.

Generell hat sich der Expansionskurs der Einzelhändler aber deutlich eingebremst: Über 500 von mehr als 800 befragten Handelsunternehmen und handelsnahen Betrieben wollen heuer neue Standorte eröffnen - das ist um ein Fünftel weniger als im Vorjahr, geht aus der Analyse von RegioData Research hervor. Besonders große Unternehmen, "von denen man es gewohnt ist, dass sie neue Standorte eröffnen", seien sehr zurückhaltend.

Die Bekleidungsbranche frage zwar immer noch die meisten neuen Filialflächen nach, jedoch stünden Textilriesen wie H&M, P&C sowie C&A massiv auf der "Expansionsbremse", so Richter. "Waren es 2017 noch 162 Bekleidungshändler, die eine Expansion oder Standortoptimierung in Österreich planten, so sind 2018 nur 123 Unternehmen in der Bekleidungsbranche auf Filialsuche."

Dafür seien kleinere, unbekannte Firmen auf der Überholspur und versuchen neue, kreative Konzepte umzusetzen. Kein Ende in Sicht sei bei der Filialausweitung der Lebensmittelriesen Rewe, Spar, Hofer und Lidl. Auch der Sporthandel plane einige Neueröffnungen, Flaute herrsche hingegen bei den Buch- und Spielwarenhändlern.

Die gefragten Flächen werden im Schnitt immer kleiner, aktuell suchen Unternehmen vor allem nach Filialen mit einer Größe zwischen 100 und 200 Quadratmetern. Dabei schielen die Betriebe besonders auf innenstädtische Lokale und Shoppingzentren, Verlierer sind große Geschäfte sowie Flächen in Fachmarktzentren und Nebenlagen.

Quelle: APA

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