Wirtschaft

"Null Toleranz" der Aufseher im Kampf gegen Geldwäsche

Auch die anhaltenden Tiefzinsen sind eine herausforderung fürdie Finanzmarktsicht FMA.

Der Kampf gegen Geldwäsche sowie die Herausforderungen der tiefen Zinsen und der Digitalisierung zählen zu den Schwerpunkten der Finanzmarktaufsicht FMA. SN/apa (archiv)
Der Kampf gegen Geldwäsche sowie die Herausforderungen der tiefen Zinsen und der Digitalisierung zählen zu den Schwerpunkten der Finanzmarktaufsicht FMA.

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) verstärkt ihren Kampf gegen die Geldwäsche und wünscht sich dafür breitere internationale Zusammenarbeit. "Wir brauchen eine europäische Geldwäscheprävention", betont FMA-Vorstand Helmut Ettl. Was die Zuständigkeit der nationalen Behörden nicht beschneiden soll, denn "die kennen ihre Pappenheimer", stellt FMA-Vorstandskollege Klaus Kumpfmüller klar.

Auch die nationalen Behörden sind auf Koordination und Zusammenarbeit bei der Durchsetzung der notwendigen Maßnahmen angewiesen. Geldwäsche ist kein neues Thema für die Hüter des Finanzplatzes. Allerdings ist die Zahl der gemeldeten und untersuchten Fälle im Steigen begriffen. Das liege auch an der steigenden Meldedisziplin und einem ausgeprägten Bewusstsein für das Thema, stellt Ettl fest. 95 Prozent der Verdachtsmeldungen kommen aus Finanzinstituten.

Österreich sei auf Grund seiner geografischen Lage auch objektiv "in einer höheren Risikokategorie" als andere Länder. Die Finanzmarktaufsicht will in dieser Sache unerbittlich vorgehen ("zero tolerance, null Toleranz") und ihren Aktivitätsradius verstärkt auf Online-Banken ausdehnen. Laut UNO-Zahlen ist das weltweite Volumen der Geldwäsche auf zuletzt zwei Billionen US-Dollar angestiegen.

Der Kampf gegen Geldwäsche ist Teil eines Maßnahmenpakets unter der Überschrift "sauberer Finanzplatz Österreich", der auch das Abstellen unzulässiger Vertriebspraktiken sowie eine Bereinigung des Markts von schwarzen Schafen umfassen soll. Als weitere Prüfschwerpunkte für 2020 nennt die Finanzmarktaufsicht die Digitalisierung, eine Stärkung der Krisenfestigkeit der Finanzdienstleister, den kollektiven Ausbau des Verbraucherschutzes, die Regulierung neuer Geschäftsmodelle wie der zahlreichen FinTechs sowie die verstärkte Betreuung von Finanzdienstleistern wie Banken, Versicherungen oder Investmentgesellschaften.Die jährliche Veröffentlichung der aktuellen Aufsichtsschwerpunkte durch die FMA ist Teil der FMA-Reform, die Anfang des Vorjahres in Kraft getreten ist.

Auch die anhaltend tiefen Einlagezinsen beschäftigen die Finanzmarktaufseher gleich mehrfach. Ein Aspekt ist, dass angesichts des auf sichere Einlagen drohenden Kaufkraftverlustes immer mehr Anleger in riskante oder nicht regulierte Bereiche ausweichen. "Finanzdienstleister suchen neue Ertragsquellen und loten die Grenzen aus", formuliert es Kumpfmüller. Eine große Herausforderung, denn in diesem Umfeld würden sich "auch neue Anbieter tummeln, die es mit der Transparenz nicht so genau nehmen", halten die FMA-Vorstände fest. Dazu kommen geringere Hürden im Vertrieb etwa durch Online-Kanäle und die steigende Marktpräsenz ausländischer Anbieter.

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 26.01.2021 um 03:12 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/null-toleranz-der-aufseher-im-kampf-gegen-geldwaesche-80257654

Kommentare

Schlagzeilen